Männedorf ZH - Frau von Adolf Muschg wird rassistisch beleidigt – dann folgt ein Blumenstrauss
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Männedorf ZHFrau von Adolf Muschg wird rassistisch beleidigt – dann folgt ein Blumenstrauss

Atsuko Muschg-Kanto wurde von Schülern in Männedorf mit rassistischen Beleidigungen angepöbelt. Nach einer persönlichen Begegnung änderte sich plötzlich alles.

von
Karin Leuthold
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Schriftsteller Adolf Muschg, seine Frau Atsuko Kanto-Muschg und der Gemeindepräsident von Männedorf, André Thouvenin, in einem Bild aus 2014. Muschg erzählt im Juni 2021 in einem Artikel der «Zürichsee-Zeitung» von einer rassistischen Attacke gegenüber seiner Frau.

Schriftsteller Adolf Muschg, seine Frau Atsuko Kanto-Muschg und der Gemeindepräsident von Männedorf, André Thouvenin, in einem Bild aus 2014. Muschg erzählt im Juni 2021 in einem Artikel der «Zürichsee-Zeitung» von einer rassistischen Attacke gegenüber seiner Frau.

ZSZ
Atsuko Muschg-Kanto ist Japanerin. Kürzlich habe eine Gruppe Jugendlichen sie mit Rufen wie «Tsching-tschang-Chinatown» angepöbelt.

Atsuko Muschg-Kanto ist Japanerin. Kürzlich habe eine Gruppe Jugendlichen sie mit Rufen wie «Tsching-tschang-Chinatown» angepöbelt.

FREI
Nachdem die Gruppe das Paar mit ständigem Klingeln an der Haustür terrorisierte, tauchte eine Gruppe von drei Schülerinnen und drei Schülern bei seinem Haus auf und gaben Atsuko Muschg-Kanto einen Strauss mit Wiesenblumen, «säuberlich aufgereiht in einem kleinen Gestell von Reagenzgläsern.»

Nachdem die Gruppe das Paar mit ständigem Klingeln an der Haustür terrorisierte, tauchte eine Gruppe von drei Schülerinnen und drei Schülern bei seinem Haus auf und gaben Atsuko Muschg-Kanto einen Strauss mit Wiesenblumen, «säuberlich aufgereiht in einem kleinen Gestell von Reagenzgläsern.»

FREI

Darum gehts

  • Die Frau des Schriftstellers Adolf Musch wurde von Jugendlichen rassistisch angepöbelt.

  • Sie fotografierte die Gruppe, als sie diese wiedergesehen hatte.

  • Schülerinnen und Schüler brachten ihr einen Strauss Blumen vorbei.

Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg berichtet in der «Zürichsee-Zeitung» von einem Rassismus-Vorfall gegenüber seiner Frau, der schliesslich dazu führte, dass Schüler und Schülerinnen der Klasse 3b in Männedorf dem Paar einen Blumenstrauss überbrachten.

Atsuko Muschg-Kanto ist Japanerin. Kürzlich sei sie von einer Gruppe Jugendlichen, die in Männedorf mit ihren Velos unterwegs waren, rassistisch beleidigt, schreibt Muschg. Mit Rufen wie «Tsching-tschang-Chinatown» hätten die jungen Menschen seine Ehefrau angepöbelt. Auf die verbale Attacke folgte tagelanger Klingel-Terror an der Haustür. Irgendwann hätten die Muschgs auf das Klingeln nicht mehr reagiert. «Vielleicht haben wir die eine oder andere Paketpost verpasst», kommentiert der Autor in seinem Text.

«Warum fotografieren sie uns?»

Tage später erkannte das Paar die jungen Männer auf dem Schulweg in einer grösseren Gruppe wieder. «Als sie zum dritten Mal vorbeizogen, widerstand meine Frau der Versuchung nicht, den Haufen mit dem Handy zu fotografieren.» Da sei einer der junger Mann auf sie zugekommen. Höflich fragte er Atsuko Muschg-Kanto: «Warum fotografieren Sie uns? Das dürfen Sie nicht!». Die Ehefrau des Schriftstellers löschte das Foto sofort. «Danke», sagte der junge Mann und zog mit seiner Gruppe weiter.

Was danach geschah, kann Adolf Muschg nicht sagen. Doch kurz danach tauchte eine Gruppe von drei Schülerinnen und drei Schülern bei seinem Haus auf und gaben Atsuko Muschg-Kanto einen Strauss mit Wiesenblumen, «säuberlich aufgereiht in einem kleinen Gestell von Reagenzgläsern.»Auf die Frage wofür das sei, meinten die verlegenen Jugendlichen, sie wollten sich dazu lieber nicht äussern. Doch Adolf Muschg und seine Frau Atsuko haben einen Verdacht.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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