Aktualisiert 05.12.2019 10:58

Zwei GebärmütterFrau wird befruchtet, ihre Frau trägt das Baby aus

Der kleine Otis hat beide seiner Mütter von innen kennen gelernt. Die Familie soll davon profitieren.

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Seit zwei Monaten sind Jasmine und Donna Francis-Smith stolze Mamis.

Seit zwei Monaten sind Jasmine und Donna Francis-Smith stolze Mamis.

Hand-out/Anecova
Das Besondere: Beide Frauen aus der Grafschaft Northamptonshire haben den kleinen Otis im Bauch getragen.

Das Besondere: Beide Frauen aus der Grafschaft Northamptonshire haben den kleinen Otis im Bauch getragen.

Screenshot Google Maps
Die Ärzte der London Women's Clinic wendeten bei den beiden Frauen die Anevivo-Technologie an.

Die Ärzte der London Women's Clinic wendeten bei den beiden Frauen die Anevivo-Technologie an.

Wikimedia Commons/Rjwmccaffrey/CC BY-SA 4.0/

Dass lesbische Paare Nachwuchs bekommen, ist heute eigentlich nichts Besonderes mehr. Künstliche Befruchtung macht es möglich. Dass beide Partnerinnen am Entstehungsprozess beteiligt sind, ist dagegen neu.

Passiert ist dies nun erstmals in Grossbritannien: Vor rund zwei Monaten brachte dort Jasmine Francis-Smith (28) aus der Grafschaft Northamptonshire den kleinen Otis zur Welt. Die Eizelle, aus der der Bub entstanden ist, hatte zuvor auch einige Zeit in der Gebärmutter von Jasmines Partnerin Donna (30) verbracht. Gemeinsame Mutterschaft nennen das Fachleute.

Schweizer Verfahren, weltweite Premiere

Die Ärzte der London Women's Clinic wendeten bei den beiden Frauen die Anevivo-Technologie an, bei der die Befruchtung der Eizelle nicht wie bei anderen Formen der künstlichen Befruchtung ausserhalb des Körpers, sondern im Mutterleib stattfindet. Das mache die künstliche Befruchtung natürlicher, teilt das Schweizer Life-Science-Unternehmen Anecova mit, das das Verfahren entwickelt hat. Zugleich werde das Band zwischen Mutter und Kind verstärkt.

Im Fall von Jasmine und Donna wurde gar das Band zu beiden Müttern intensiviert. So wurde die Eizelle in Donnas Körper befruchtet, wo sie anschliessend 18 Stunden heranreifte, bevor sie in Jasmines Uterus übertragen wurde.

Emotionale und biologische Nähe

Doch es war nicht nur der Aufenhalt in beiden Gebärmüttern, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der kleinen Familie stärken sollte. Denn die Übertragung des Embryos erfolgte in einer porösen Kapsel. Dadurch seien von beiden Seiten auch Flüssigkeiten, Nährstoffe und andere nicht-zelluläre Komponenten übermittelt worden, teilt Anecova mit.

Während das Schweizer Verfahren schon mehrmals angewendet worden ist, ist es das erste Mal, dass es mit der «gemeinsamen Mutterschaft» kombiniert wurde, so Nick Macklon, Medizinischer Direktor des Londoner Spitals zu Mirror.co.uk: «Es ist eine sehr aufregende Premiere, weil es bedeutet, dass lesbische Paare mit Kinderwunsch aktiv an der Embryonenbildung und dann an der Geburt des Babys beteiligt sein können.»

Baby wird von zwei Frauen ausgetragen

Ein gleichgeschlechtliches Paar sorgt für eine medizinische Sensation: Ein Baby aus Texas wurde von seinen beiden Müttern ausgetragen. Möglich macht dies ein neues In-Vitro-Verfahren. (Video: Kamera One)

Auch der kleine Stetson hat zwei biologische Mütter – bei ihm lief es jedoch anders ab. (Video: Kamera One)

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