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Uzwil SGFrau zieht sich nackt aus, um Detektiv auszutricksen

Jahrelang machte Ladendetektiv Christian Huber schweizweit Jagd auf Diebe. Seine Erlebnisse möchte der Uzwiler in einem Buch festhalten.

von
jeb
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Langfinger hatten beim Uzwiler Christian Huber einen schweren Stand.

Langfinger hatten beim Uzwiler Christian Huber einen schweren Stand.

Symbolbild
Er hat in seiner Karriere über 6000 Fälle von Diebstahl bearbeitet.

Er hat in seiner Karriere über 6000 Fälle von Diebstahl bearbeitet.

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Der Ladendetektiv kennt viele Tricks der Diebe.

Der Ladendetektiv kennt viele Tricks der Diebe.

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24 Jahre lang arbeitet der Uzwiler Christian Huber bereits als Ladendetektiv. Und dies laut eigenen Angaben ohne einen Fehlgriff. Nun möchte er seine Erfahrungen in einem Buch sammeln und veröffentlichen. In einer Karriere als Detektiv kommen schliesslich einige Anekdoten zusammen. 6000 Fälle hat er bearbeitet, wie die «Wiler Nachrichten» am Donnerstag schreiben.

Einer, den der 73-Jährige nicht so schnell vergessen wird, ist ein Ablenkungsmanöver. Eine Frau habe sich in einem Laden splitternackt ausgezogen. In der Zwischenzeit wollte ihr Mann Diebesgut abzügeln. Doch Huber liess sich nicht beirren, der Diebstahl blieb nicht unentdeckt.

Diplomatische Krise ausgelöst

Einer seiner Fälle sorgte sogar dafür, dass ein diplomatischer Mitarbeiter in sein Heimatland abberufen wurde. Huber hatte 2003 den Vize-Generalkonsul von Peru beim Diebstahl im Coop erwischt. Dieser versuchte zu fliehen. Doch nicht mit Huber: Zusammen mit dem Filialleiter stellte er den Dieb. Dieser berief sich auf die diplomatische Immunität und verweigerte den Inhalt seines Aktenkoffers zu zeigen.

Doch einfach so davon gekommen ist der Mann nicht. Wie der «Tages-Anzeiger» damals berichtete, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nach dem Vorfall einen Brief an die peruanische Botschaft in Bern, der zwischen den Zeilen erkennen liess, dass Marticorena aufgrund seines Verhaltens nicht mehr so willkommen im Land sei, wie zuvor. Die Berufung auf Immunität sei nicht nur moralisch, sondern auch formal missbräuchlich, hiess es damals. In der Folge wurde der Diplomat versetzt.

Bissiger Dieb

Verstecke für Diebesgut hat der 73-Jährige diverse entdeckt. Beliebt sind klassische Taschen aber auch Schirme oder Kapuzen. Auch eingenähte Säcke in Hosen dienen Ladendieben zum Schmuggeln von Diebesgut. Hat ein Dieb Waren im Wert von mehr als 300 Franken mitgehen lassen, muss der Detektiv die Polizei verständigen.

In den letzten Jahren seien vermehrt Banden unterwegs. Auch Gewalt gehöre vermehrt zum Alltag. Deshalb war der Uzwiler in den letzten Jahren gerne zu zweit unterwegs. Einmal wurde Huber von einem Dieb in die Schulter gebissen und musste danach ins Spital. Auch Finger wurden ihm schon ausgekugelt. Ende Jahr hängt er seinen Beruf endgültig an den Nagel.

Hast du dir auch schon einen «Fünf-Finger-Rabatt» gewährt? Erzähle deine Geschichte in den Kommentaren.

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