Frauen Allianz gibt Widmer-Schlumpf Schützenhilfe
Aktualisiert

Frauen Allianz gibt Widmer-Schlumpf Schützenhilfe

Die Frauenorganisation Alliance F und Privatpersonen lancieren basisdemokratischen Widerstand gegen das Verhalten der SVP. Fast 3000 Personen unterzeichneten eine Protestnote von Alliance F zur Unterstützung von Bundesrätin Widmer-Schlumpf.

Die Unterschriftensammlung läuft seit gestern im Internet und wird am 20. April der vom SVP-Ausschluss bedrohten Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf übergeben, wie die Frauenorganisation auf ihrer Homepage schreibt.

Die Unterzeichnenden verurteilen «aufs Schärfste den rüden Umgang mit der nach rechtsstaatlichen und demokratischen Grundsätzen gewählten Bundesrätin». Sie lehnen zudem «Diffamierungen gegenüber Eveline Widmer-Schlumpf kategorisch ab» und sprechen sich «deutlich für eine anständige und tolerante politische Kultur aus».

Private Inseratekampagne

Am Mittwoch und Donnerstag werden auch in allen grösseren Schweizer Tageszeitungen halbseitige Inserate erscheinen, die das «undemokratische Verhalten der SVP und deren Stil» anprangern. Verfasser der Annoncen ist der ehemalige FDP-Bundesrat Rudolf Friedrich aus Winterthur.

28 Unterzeichnende machen sich in den Inseraten für die «demokratisch gewählte» Bundesrätin Widmer-Schlumpf stark. Unter ihnen seien Politiker wie auch normale Bürger, sagte Rudolf Friedrich auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Kosten von rund 100 000 Franken trage ein kleiner Kreis von Privatpersonen.

Friedrich engagiert sich gegen das Verhalten der SVP, weil er ansonsten langfristig «eine Schädigung der Demokratie» befürchtet. Persönlich kennt der Alt-Bundesrat Eveline Widmer-Schlumpf nicht. Für seine öffentliche Stellungnahme erwarte er anonyme böse Briefe, das sei er sich als ehemaliger Bundesrat aber gewöhnt.

Einzelperson wehrt sich

In der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» wurde bereits am Dienstag ein Inserat zur Unterstützung von Eveline Widmer-Schlumpf publiziert. Auf einer ganzen Seite verurteilt die private Initiantin Christine Renaudin «das Verhalten der SVP, das unsere demokratischen Prinzipien in Frage stellt».

Die Juristin aus Lausanne hat 10 544 Franken für das Inserat ausgegeben. Es handle sich um ein völlig privates Engagement, sie sei nicht Mitglied einer Partei und handle als einfache Bürgerin, sagte sie.

Am Freitag organisiert Alliance F eine Kundgebung für Eveline Widmer-Schlumpf auf dem Bundesplatz in Bern. Am gleichen Tag läuft das Ultimatum der SVP mit der Rücktrittsforderung an die Bündner Bundesrätin ab.

(sda)

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