JugendstudieFrauen an den Herd – so konservativ ist die Jugend
Heiraten gehört zum Leben, der Mann soll die Familie ernähren, ein akademischer Grad ist ein Muss: So ticken die Schweizer Jugendlichen.
- von
- pam
Für die Mehrheit der Schweizer Jugendlichen sind traditionelle Familienmodelle weiterhin erstrebenswert. (Video: Tamedia/SDA)
Für die Jugendstudie ch-x haben Forscher 50'000 junge Erwachsene im Durchschnittsalter von 19 Jahren zu ihren Lebens- und Zukunftsvorstellungen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Am wichtigsten sind den Jugendlichen Freunde und Freizeit. Als unwichtig gelten hingegen Politik und das Verhältnis zu Gott.
Im Bereich Familie geben sich die Jungen konservativ: 67 Prozent finden, dass die «Heirat zum Leben dazugehört». Idealerweise findet die Eheschliessung mit 28 Jahren statt. 80 Prozent finden es zudem romantisch, zu heiraten. Auch beim Familienmodell wandeln die Jungen auf konservativen Pfaden: So findet eine Mehrheit jener Befragten mit Kinderwunsch, der Mann gehöre in die Ernährerrolle, während die Frau als Mutter zu Hause bleiben soll.
Akademischer Beruf oder Führungskraft als Berufsziel
Grosse Ambitionen hegen die Jungen bei ihrer Karriere. Einen Lehrabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis sehen 45 Prozent als minimal zufriedenstellend an. Die hohen Ansprüche an ihre berufliche Zukunft spiegeln sich auch in der Frage, wo sich die Jugendlichen im Alter von 35 Jahren sehen.
50 Prozent glauben, dann in einem akademischen Beruf oder als obere Führungskraft zu arbeiten. Eine Tätigkeit im Bereich Landwirtschaft können sich nur drei Prozent vorstellen.
Die hohen Ansprüche an die berufliche Karriere sind in den Augen der Studienautoren nicht unbedenklich, da es fraglich sei, ob der Arbeitsmarkt aufgrund der wachsenden globalen Konkurrenz in der Lage sei, die Ambitionen der Jugendlichen zu realisieren.
46 Prozent sehen Muslime als Bedrohung
Im Rahmen der Jugendstudie wurden die 19-Jährigen auch zu ihrer Einstellung gegenüber Religionsgruppen befragt. So nehmen 46 Prozent Muslime als «Bedrohung der hiesigen Lebensweise» war. Danach folgen Juden (18 Prozent) und Atheisten mit (13 Prozent). Laut der Studie sind es besonders junge Männer aus dem ländlichen Raum, die Muslime als Bedrohung sehen. Wer dagegen in einer Grossstadt wohnt, schätzt Muslime um 15 Prozent weniger als Bedrohung ein.
Erkenntnisse liefert die Jugendstudie auch zur Freizeitgestaltung. Sport, gemeinsame Aktivitäten und Disco sind dabei hoch im Kurs, während auch fast alle Befragten angaben, täglich im Internet zu surfen und intensiv Social Media zu nutzen. Auch das Gamen hat sich etabliert: 40 Prozent spielen mindestens einmal pro Woche ein Computerspiel, wobei Sport- und Shooter-Games besonders beliebt sind.