18.06.2020 02:57

In Bülach vor GerichtFrauen-Clique quälte Kollegin eine ganze Nacht lang – auch mit einem Dildo

Vier Kosovarinnen sollen eine heute 21-jährige Landsfrau entführt und stundenlang misshandelt haben. Am Donnerstag steht das Quartett vor dem Bezirksgericht Bülach.

von
Stefan Hohler
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Die 25-jährige Hauptbeschuldigte (rechts) steht mit ihrer Schwester und zwei Freundinnen vor Gericht.

Die 25-jährige Hauptbeschuldigte (rechts) steht mit ihrer Schwester und zwei Freundinnen vor Gericht.

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Sie sind unter anderem wegen schwerer Entführung, sexueller Nötigung und Raubes angeklagt.

Sie sind unter anderem wegen schwerer Entführung, sexueller Nötigung und Raubes angeklagt.

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Die vier Frauen, darunter auch die Hauptbeschuldigte, haben die Vorwürfe in der Untersuchung im Wesentlichen bestritten.

Die vier Frauen, darunter auch die Hauptbeschuldigte, haben die Vorwürfe in der Untersuchung im Wesentlichen bestritten.

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Darum gehts

  • Vier Frauen im Alter zwischen 23 und 29 Jahren müssen am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Bülach antraben. Es geht um einen eskalierten Racheplan.
  • Sie sollen ein heute 21-jähriges Opfer abgepasst, entführt und misshandelt haben. Dabei soll auch ein Dildo zum Einsatz gekommen sein.
  • Nach der stundenlangen Tortur wurde das Opfer auf einem Parkplatz abgesetzt.
  • Die vier Beschuldigten bestritten die Vorwürfe in der Untersuchung im Wesentlichen.

Grund für die unfassbare Tat war eine Denunziation bei der Kesb, wie in der Anklageschrift steht. Das Opfer hatte im November 2017 eine der vier Frauen bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden angezeigt, weil diese ihren zweijährigen Sohn vernachlässigen soll. Als Rache wollte die Mutter zusammen mit drei Freundinnen die Denunziantin mit Gewalt zur Rede stellen.

Am späten Abend des 10. März 2019 passten die vier Kosovarinnen, die heute zwischen 23 und 29 Jahre alt sind, das heute 21-jährige Opfer auf einem Parkplatz in Kloten nach Arbeitsschluss um 23 Uhr ab. Was nun folgte war laut Anklageschrift eine stundenlange Tortur.

Befehl, mit Dildo zu befriedigen

Sie zerrten die Frau ins Auto, wo ihr die Hauptbeschuldigte, eine heute 25-jährige Pflegeassistentin, mit der Faust kräftig ins Gesicht schlug. Sie wollte dem Opfer auch eine Zigarette auf der Hand ausdrücken, was aber eine Mitbeschuldigte verhinderte. In der Folge fuhren sie in die Wohnung einer der vier Frauen in einer Nachbargemeinde. Dort musste sich das Opfer nackt ausziehen und duschen. Dabei wurde es gefilmt und man drohte mit der Veröffentlichung der Aufnahmen, sollte Strafanzeige erstattet werden.

Das Opfer wurde von den Frauen an den Geschlechtsteilen angefasst und musste Obszönitäten sagen, heisst es in der Anklageschrift weiter. Die Frauen befahlen dem Opfer, sich mit einem Dildo zu befriedigen, und die Pflegeassistentin stiess ihn dem Opfer mit Wucht in den Anus. Es musste den mit Mayonnaise beschmierten Dildo ablecken und ihn erneut vaginal einführen. Die Hauptbeschuldigte befahl der Frau, ihr und einer Komplizin die Füsse abzulecken und zu küssen.

Morgens auf Parkplatz abgesetzt

Zwei Frauen rissen dem Opfer die künstlichen Haarverlängerungen aus dem Haar oder schnitten die Verlängerungen mit einem Messer ab. Auch das Handy des Opfers wurde kontrolliert. Als eine der Frauen die Nummer ihres Ex-Mannes darauf entdeckte, musste das Opfer mehrere gläserne Dekorationssteinchen schlucken. Die Tortur hörte morgens nach 7 Uhr auf, als die Frau auf einem Parkplatz abgesetzt wurde. Zuvor stahlen ihr die vier Beschuldigten noch das Portemonnaie mit 350 Franken und teilten sich die Beute.

Am Donnerstag findet der Prozess gegen die vier Kosovarinnen vor dem Bezirksgericht Bülach statt. Die Frauen, die nach der Verhaftung Mitte März 2019 für über zwei Monate in Untersuchungshaft sassen, sind der schweren Entführung, der sexuellen Nötigung, des Raubes und wegen weiterer Delikte angeklagt. Der Staatsanwalt wird das geforderte Strafmass am Prozess bekannt geben. Es werden vermutlich mehrjährige Freiheitsstrafen sein.

Mit elektronischer Fussfessel überwacht

Die Schwester der Hauptbeschuldigten, die ihren Wohnsitz im Kosovo hat, befindet sich wegen Fluchtgefahr in Haft. Die Pflegeassistentin hat Rayon- und Hausarrest und wird mittels Electronic-Monitoring (elektronische Fussfessel) überwacht.

Wie der «Blick» schreibt, haben die beschuldigten Frauen in der Untersuchung die Vorwürfe im Wesentlichen bestritten. Man habe nur mit der Denunziantin reden wollen. Sie habe selber gesagt, dass sie eine Strafe verdiene. Den Dildo habe das Opfer freiwillig benutzt. Die Pflegeassistentin will ihr dabei nur «geholfen» haben.

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