Aktualisiert 09.12.2008 19:04

Karriere«Frauen dürfen nicht alles persönlich nehmen»

In ihrem neuen Buch «Gezielt einmalig» verrät Petra Wüst, wie man sich selbst anpreist – und weshalb Männer das noch immer besser können als Frauen.

von
Marlies Seifert

Was ist der erste Schritt zum eigenen Image?

Petra Wüst: Sich seiner Stärken bewusst werden. Viele Menschen betrachten das, was sie zu bieten haben, als «ganz normal». Dabei gibt es in jedem Leben etwas Ungewöhnliches oder Neues, das für andere interessant ist.

Und wie gehe ich mit meinen Schwächen um?

Schwächen sind nur dann schädlich, wenn sie den Stärken im Weg stehen. Generell denken wir viel zu schwächenorientiert – anstatt auf unsere Stärken stolz zu sein.

Kann man auch zu selbstbewusst auftreten?

Selbstbewusstsein kann in Arroganz umschlagen. Meine Erfahrung ist allerdings, dass die meisten Menschen ruhig selbstbewusster auftreten können, ohne deshalb arrogant zu wirken.

Profitieren auch Angestellte von einem bewussten Selbst-Marketing?

Unbedingt! Gerade heute, in Zeiten von Firmenzusammenschlüssen, Unsicherheit und drohender Arbeitslosigkeit, ist es wichtig, sich und seine Leistungen für den Chef sichtbar zu machen.

Und wer verkauft sich besser: Frauen oder Männer?

Männer verkaufen sich klar besser. Frauen sind gerne die fleissigen Bienchen im Hintergrund, die andere voranbringen – und dabei selbst auf der Strecke bleiben.

Was gilt es zu ändern?

Frauen müssen lernen, sich selbstbewusst in den Vordergrund zu rücken, Beziehungen gewinnbringend zu nutzen und im Konkurrenzkampf nicht alles persönlich zu nehmen.

Petra Wüst leitet ihr eigenes Beratungsunternehmen in Basel und ist international als Führungstrainerin und Coach tätig. In «Gezielt einmalig» gibt sie 22 Tipps für eine gelungene Selbstvermarktung. Für das Buch hat sie sich zudem mit herausragenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur unterhalten. Erschienen bei Orell Füssli.

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