Nati-Trainer bekräftigt Boykott: Frauen-EM mit oder ohne Russinnen? – «Wir werden nicht gegen sie spielen»
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Nati-Trainer bekräftigt BoykottFrauen-EM mit oder ohne Russinnen? – «Wir werden nicht gegen sie spielen»

Für die Frauen-EM ist Russland eigentlich qualifiziert. Derzeit ist das Team jedoch vom Turnier ausgeschlossen, eine offizielle Entscheidung gibt es aber noch nicht. Die Schweiz bekräftigt die Meinung, dass sie ein Russland-Spiel boykottiert.

von
Nils Hänggi
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Bald beginnt die Frauen-EM. Mit dabei dann: die Schweiz. 

Bald beginnt die Frauen-EM. Mit dabei dann: die Schweiz. 

Urs Lindt/freshfocus
Ob sie dann jubeln darf? Zuletzt gab es eine 0:1-Pleite gegen Italien. 

Ob sie dann jubeln darf? Zuletzt gab es eine 0:1-Pleite gegen Italien. 

Urs Lindt/freshfocus
Auch ist noch nicht sicher, ob die Schweizer Fans eine Partie gegen Russland zu sehen bekommen? 

Auch ist noch nicht sicher, ob die Schweizer Fans eine Partie gegen Russland zu sehen bekommen? 

Urs Lindt/freshfocus

Darum gehts

  • Im Sommer ist die EM der Frauen.

  • Die Schweiz würde auf Russland treffen. 

  • Doch noch immer ist unklar, ob die Russinnen teilnehmen dürfen. 

Ende Februar gab der Schweizerische Fussballverband bekannt, dass er alle Spiele gegen Russland boykottieren wird. «Der SFV verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine, der nicht nur in eklatanter Weise gegen Völkerrecht, sondern auch gegen die universalen Werte des Fussballs wie beispielsweise die Förderung freundschaftlicher Beziehungen verstösst, die in den Fifa-Statuten propagiert wird», hiess es damals in einem Communiqué. 

Weiter teilte der SFV mit, dass sich der Boykott «erforderlichenfalls explizit» auch auf das erste Spiel des Frauennationalteams an der EM in England erstrecke. Dort würde die Nati auf Russland treffen. Die Haltung des SFV sei «nicht verhandelbar». Diese Meinung unterstreicht Nils Nielsen, der Trainer der Schweizer Frauen-Nati, am Rande der Italien-Pleite am Dienstagabend. Er wählt eindeutige Worte: «Wir spielen nicht gegen Russland, wenn das russische Frauen-Team antritt, werden wir nicht auf dem Platz stehen. Das ist Fakt.» Heisst: Der SFV würde eine Forfait-Niederlage in Kauf nehmen. 

«Wir wissen, dass es eilig ist»

Ist Russland nicht sowieso von der Frauen-EM ausgeschlossen? Die Antwort: kompliziert. Zwar sind die Russinnen nach dem Beginn des Ukraine-Krieges wie alle anderen Teams des Landes suspendiert worden, formal wurde es aber bei der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees noch nicht von dem in drei Monaten beginnenden Turnier ausgeschlossen. Und: sie sind auch noch nicht durch ein anderes Team ersetzt worden. 

Man darf wohl absolut davon ausgehen, dass der Rausschmiss bald definitiv wird. Doch eben – offiziell ist dieser noch nicht. Uefa-Präsident Aleksandar Ceferin kündigte zuletzt eine rasche Entscheidung an: «Wir wissen, dass es eilig ist. Wir wissen, dass die EM bald ansteht. Wir werden die Entscheidung bald treffen müssen. Aber wir brauchen mehr Informationen.» Die nächste Sitzung des Exekutivkomitees ist am 10. Mai geplant. Weitere Treffen könnten kurzzeitig einberufen werden. Heisst: Die Entscheidung, sie wird bald kommen. 

Doch wer würde für die Russinnen nachrücken? Auf wen trifft die Frauen-Nati in ihrem ersten EM-Spiel? Vermutlich wird es Portugal sein. Die Portugiesinnen hatten im letzten Sommer die entscheidenden Playoff-Spiele gegen Russland verloren. Doch sicher ist das nicht. In den offiziellen Regeln heisst es: Die Uefa entscheidet, welcher Verband den Platz «unter Bezugnahme der zuvor erzielten Ergebnisse» übernimmt. Egal, wer es wird: Nielsen macht sich keine Sorgen. Er meint: «Welches Team auch kommt, wir brauchen nicht lange, um uns auf die Gegnerinnen einzustellen.»

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