Frauen entdecken den Fussball
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Frauen entdecken den Fussball

Fussball, Fussball, Olympia, Fussball sowie zwei einsame Ski-Abfahrten prägten das TV-Sportjahr 2006. Bemerkenswert dabei ist, dass immer mehr Frauen Fussball am TV verfolgen. Beim WM-Achtelfinal Schweiz - Ukraine betrug ihr Anteil 49,1%.

Die Weltmeisterschaft in Deutschland war am Bildschirm allgegenwärtig. Die TV-Bestenliste 2006 ist praktisch identisch mit der Hitliste der Fussball-WM. Der Quotenrekord von Pirmin Zurbriggen beim WM-Triumph 1985 ist nur deshalb nicht gebrochen worden, weil Zehntausende die Schweizer WM-Spiele auf Grossleinwänden verfolgten und in der Statistik der Publica Data AG nicht erfasst sind. Die WM-Abfahrt 1985 sahen damals 1 749 000 Personen, beim Achtelfinal Schweiz - Ukraine schauten offiziell 16 500 weniger zu.

Insgesamt erreichten neun Sportveranstaltungen im SF über eine Million Zuschauer, sieben WM-Fussballspiele sowie die Olympia-Abfahrt der Männer in Sestriere (8.) und die Lauberhorn-Abfahrt (9.), die knapp diese Marke streiften. Ausser diesen beiden Skirennen schafften es nur noch Stéphane Lambiel bei der Olympia-Siegerehrung (11.) und Martin Annen mit dem Viererbob (25.) in die Fussball-Phalanx einzubrechen.

Die Frau entdeckt den Fussball

Das bemerkenswerteste beim Fussball war, dass neu auch die Frauen diesen Sport entdecken. Beim WM-Final Italien - Frankreich schauten 700 000 weibliche Fans zu und machten damit 46,6 % der Gesamtzuschauerzahl aus. Beim Achtelfinal Schweiz - Ukraine sassen sogar über 800 000 Frauen vor dem Bildschirm, und lediglich 0,9 % fehlten zur absoluten Mehrheit! Dass sich umso mehr Frauen zuschalteten, je später der Abend wurde, lässt darauf schliessen, dass sich vor allem die jüngeren Frauen stark für den Fussball interessierten.

Wegen der Übermacht des Fussballs (und den Olympischen Spielen als zweitem Hauptereignis) sind Vergleiche zu den Vorjahren schwierig. Eine solche Ballung gab es noch nie. 2002 übertrug das Fernsehen DRS die Fussball-WM nicht, und 1998 litten die Olympischen Spiele in Nagano unter der Zeitverschiebung und permanenten Verschiebungen.

(fox/si)

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