Aktualisiert

Emanzipation 2.0Frauen entdecken die Lust an Sex im Web

Frauen sehen sich genauso gerne Sexfilme an wie Männer. Der Erfolg vieler einschlägiger Seiten nur für das weibliche Geschlecht stützt diese Behauptung.

von
lme

Youporn oder Pornhub sind nur zwei Beispiele von Sexseiten im Internet, die Freunde von explizitem Bild- und Filmmaterial erfreuen wollen. Doch die Freude ist – glaubt man Stimmen aus dem feministischen Lager – ziemlich einseitig gelagert. Vielen Frauen sei die gebotene Liebes-Action zu plump, der Plot zu langweilig oder zu banal, vor allem aber werde die Frau zum Objekt degradiert. Der Sex diene auf solchen Seiten lediglich der Befriedigung der männlichen Lust.

Unbestritten ist, dass Frauen Lust an Pornografie haben. Doch zum Lustgewinn brauchen die Damen der Schöpfung keine Geschlechtsorgane, kein lautes Gestöhne und auch kein wildes Gerammel. Sarah Gidick (31) will beweisen, dass es auch anders geht. Ihre Instagram-Site «Porn for Women» hat mehr als 86'000 Follower und kommt ganz ohne nackte Haut aus. Die Seite zeigt schöne Männer, stylische Männer und nur ab und zu tauchen Bilder mit subtiler Andeutung von Erotik auf. Aber es gibt auch explizitere Angebote für die Damenwelt.

Würgereiz beim Blasen

Auch andere Seiten widmen sich der weiblichen Sicht auf Pornografie. «Make Love not Porn» räumt zum Beispiel mit gängigen Porno-Klischees auf, indem Fakten aus Erwachsenenfilmen der realen Welt gegenübergestellt werden. So wird dort ein Beispiel aus der Pornowelt beschrieben: «Frauen mögen es, wenn es sie beim Blasen würgt, weil der Mann ihren Kopf packt und ihr den Penis tief in den Mund steckt.» Reale Welt: «Einige Frauen mögen das. Aber noch viel mehr mögen das nicht. Es wäre nicht schlecht, wenn du zuerst abklärst, ob das in ihrem Sinne ist oder nicht.»

Selbst einen eigenen TV-Sender gibt es für die weibliche Lust. Der holländische Kanal Dusk TV hat sich ganz den weiblichen Porno-Vorlieben verschrieben und zeigt «echte Szenen mit echten Menschen, die den Sex miteinander wirklich geniessen». Die Macher nennen dieses Gerne «Porna» und wollen sich so klar vom schmuddeligen Porno-Image abheben.

Alle diese Projekte zeigen, dass Frauen Lust an Pornografie haben, dass sie Sexualtität leben und darüber reden wollen. Sarah Giddick hat vor kurzem eine weitere Seite aufgeschaltet. Auf «The P.F.W» (The Porn for Women) werden Mode- und Frauenthemen diskutiert und selbstverständlich tolle Typen vorgestellt. «Ich glaube, es gibt Frauen ein Gefühl von Gleichberechtigung, in dieser Weise über Männer zu sprechen», sagt Giddick über ihr Projekt «Porn for Women».

Deine Meinung