Rasanter Anstieg: Frauen erobern die Game-Welt

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Rasanter AnstiegFrauen erobern die Game-Welt

Computerspiele sind vor allem etwas für männliche Teenager, glauben Sie? Mitnichten. Die Anzahl gamender Frauen übersteigt diejenige zockender Jungs – und zwar massiv.

von
Valeska Blank
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Die 20-Minuten-Leser haben entschieden: Das sind die beliebtesten Mobile-Games von 2014. Auf dem 10. Platz: Das realistische Puzzle-Spiel «The Room Two».

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Platz 9: Eintauchen in surreale Welten in «Monument Valley».

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Platz 8: Ab in die Luft und in Spiderman-Manier durch Häuserschluchten in «Rope'n'Fly 4».

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Videogames stehen auf der Weihnachts-Wunschliste von Kindern und Jugendlichen ganz oben. Doch dieses Jahr freut sich auch noch eine ganz andere Gruppe über ein Computerspiel unter dem Christbaum: erwachsene Frauen. Denn die Welt der Computerspiele wandelt sich rasant: Mittlerweile sind 48 Prozent und damit fast die Hälfte der Gamer weiblich. Das zeigt eine aktuellte Auswertung des US-Videospielverbands ESA.

Der Anstieg ist massiv – im Jahr 2010 hatte der Frauen-Anteil erst 40 Prozent betragen. Und damit nicht genug: Das Verhältnis zwischen erwachsenen Frauen und männlichen Teenagern unter 18 Jahren beträgt mittlerweile 36 zu 17 Prozent.

Auch die Schweiz hat viele Gamerinnen

Auch in der Schweiz sind die weiblichen Gamer auf dem Vormarsch, aber noch nicht so stark wie in den Vereinigten Staaten. «Die USA sind der Schweiz noch etwas voraus», sagt Peter Züger, Präsident der Swiss Interactive Entertainment Association (Siea), zu 20 Minuten.

Dennoch ist der Anteil der spielbegeisterten Schweizerinnen ansehnlich: Die Geschlechterverteilung zwischen Frauen und Männern beträgt hierzulande 44 zu 56 Prozent, wie eine Studie der Interactive Software Federation of Europe zeigt. Und auch in der Schweiz machen die erwachsenen Frauen den Löwenanteil aus: Die grösste Gruppe bei den Gamerinnen ist jene der 35- bis 44-Jährigen (13 Prozent).

Mobile Games mit sprunghaftem Anstieg

Der Grund für den Vormarsch der Frauen in der ehemaligen Männerdomäne der Computerspiele liegt hauptsächlich an der Verbreitung von Smartphones. Sogenannte Casual-Mobile-Games sind besonders bei der weiblichen Zielgruppe beliebt – die Nachfrage nach Spielen wie «Candy Crush Saga» oder «Hay Day» habe in den vergangenen Jahren einen sprunghaften Anstieg erlebt, schreibt das «Wall Street Journal».

Auch das Game von US-Realitystar Kim Kardashian, das wohl ausschliesslich von Frauen gespielt wird, hat seit seiner Lancierung im Juni über 40 Millionen Dollar eingebracht. Die weltweite Mobile-Game-Industrie wächst um etwa 10 Prozent pro Jahr, rechnet das Marktforschungsunternehmen Euromonitor vor.

Immer mehr Entwicklerinnen

Doch nicht nur auf der Benutzer-, auch auf der Entwicklerseite nimmt der Frauenanteil zu. Das zeigt sich etwa beim Blick auf die Abschlüsse beim Lehrgang Game Design an der Zürcher Hochschule der Künste: Beim Jahrgang 2014 gingen fast die Hälfte der Diplome an weibliche Absolventen.

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