Aktualisiert 18.05.2008 17:09

Frauen fördern den Umsatz

Glauben Frauen an sich, können sie in ihrer Firma sehr viel bewegen. Das belegen nicht nur aktuelle Studien.

von
Gabriel Aeschbacher

Wo gepowert wird, stehen oft Männer an der Entscheidungsfront. Zu Unrecht, wie eine neue Studie besagt. Denn wenn Frauen am Ruder seien, stiegen die Gewinnmargen der Firmen. „Eine etwas plakative Aussage", wie Ruth Gygax meint. Sie nimmt die Vorselektion für Kaderpositionen vor – und hat naturgemäss auch mit Spitzenfrauen zu tun. In einer Zeit, wo Emotionen wieder gefragt sind, sieht sie einen Vorteil für das weibliche Geschlecht.

Gemäss Ruth Gygax hätten Führungsmänner zudem die Tendenz, unangenehme Aufgaben zu verdrängen. „Geht es zum Beispiel darum, sich von einem Mitarbeiter zu trennen, agieren Frauen früher, direkter und feinfühliger", sagt die Kaderfrau.

All dieser hervorragenden Eigenschaften zum Trotz, bleiben Männer in den Leistungsgremien klar übervertreten. In der Schweiz sind dort gerade einmal drei Prozent Frauen auszumachen, obschon heute über die Hälfte aller Studienabgänger weiblichen Geschlechts ist. Was läuft da falsch? Yvonne Marty, selber lange in der Finanzbranche tätig, kennt eine Teilantwort. „Wenn eine Frau eine Familie gründen will, hat sie noch immer viele organisatorische Hürden zu nehmen". Dies wirke sich nachteilig aus.

Wenn der Weg nach oben dann aber einmal in Angriff genommen ist, kann Frau fast nicht mehr aufgehalten werden. Erfolgreiche Frauen tauschen sich nämlich nicht nur untereinander aus, sondern verfügen auch über ein breites Netzwerk. Gepaart mit der emotionalen und sozialen Intelligenz, sei das der Schlüssel zum Erfolg, sagt Yvonne Marty.

Dass vielerorts Männer an der Führungsfront stehen, ist für Daniel W.* noch immer eine Selbstverständlichkeit. Er sagt, männliche Führungskräfte würden schneller, intuitiver – und vor allem auf sachlicher Basis entscheiden. „Nichts gegen die Qualitäten einer Frau, aber zu oft wird auf zu emotionaler Ebene entschieden. Business ist nun mal eine harte Sache, wo es manchmal unpopuläre und zackige Entscheide braucht".

* Namen geändert

Sture Männer, kreative Frauen

Glaubt man der Studie von McKinsey, liegt nicht nur die Eigenkapitalrendite höher (plus 10 Prozent), sondern auch die Gewinnmarge der Firmen ist um satte 48 Prozent angestiegen. Experten teilen die Einschätzung, wonach gemischte Führungsteams eine höhere Ideenvielfalt und variantenreichere Lösungsansätze bringen. Diese Einschätzung teilt auch Helena M.*. Sie schätzt, „dass wir Frauen grundsätzlich kreative Aspekte ins Spiel bringen“. Ihrer Meinung nach sind Männer zu oft einseitig (finanziell) fixiert, was wichtigen Teamprozessen im Wege stehen kann.

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