Frauen gegen Rap-Musik
Aktualisiert

Frauen gegen Rap-Musik

Afro-Amerikanerinnen protestieren gegen das Frauenbild, das durch Rap-Texte und Musik-Videos transportiert wird.

In einer vom «Essence»-Magazin geführten Kampagne «Take Back the Music» werden Produzenten der Musik-Videos aufgefordert, andere Inhalte zu zeigen.

In vielen Songs habe nach dem «Gangsta»-Motiv nun der «Pimp», der Zuhälter, eine Art Heldenrolle der Subkultur für junge Männer übernommen. In zahlreichen Videos werden Rap-Sänger umgeben von kaum bekleideten schwarzen Tänzerinnen dargestellt, in Texten werden Frauen als Prostituierte geschildert.

Durch solche Liedtexte werde ein herabwürdigendes Frauenbild von jungen Afro-Amerikanerinnen als «Striperinnen» gezeichnet, kritisiert Michaela Angela Davis, Redakteurin des «Essence»- Magazins. Mangels anderer Darstellungen werde dieses negative Bild dann als das Stereotyp von jungen schwarzen Amerikanerinnen übernommen.

Als einer der kritisierten Rapper hat der Sänger Nelly seine Videos verteidigt. Er respektiere Frauen und sei kein Frauenhasser. Die Videos böten den tanzenden Frauen schliesslich auch eine Möglichkeit, Karriere im Show-Business zu machen.

Anders sieht dies der Musikkritiker Toure: Afroamerikanerinnen würden im Hip-Hop in Texten und Videos entweder als sexuell willige Stripperinnen oder als nörgelnde Störerinnen porträtiert.

(sda)

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