Sporttrend: Frauen gehen mit pinken Ruten angeln
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SporttrendFrauen gehen mit pinken Ruten angeln

Von wegen reines Männerhobby: Die Zahl von begeisterten Fischerinnen in der Schweiz nimmt zu.

von
Daria Wild
Immer mehr Frauen absolvieren die Fischerprüfung.

Immer mehr Frauen absolvieren die Fischerprüfung.

Dreckige Gummistiefel, alte Militärjacken und Bierbäuche sind passé. Der durchschnittliche Fischer ist heute jung, urban – und weiblich. Hans Frommenwiler, der im Kanton St. Gallen Kurse anbietet und die obligatorischen Patentprüfungen koordiniert, bestätigt diesen Trend. «Immer mehr Frauen machen Kurse und absolvieren die Prüfung.» In den Jahren 2010 und 2011 zählte der Instruktor 40 Absolventinnen. 2012 sind es allein seit Jahresbeginn 20.

Überraschte männliche Kollegen

Bei 130 Lizenzen insgesamt sei dies beachtlich. Der Trend zeigt sich auch in anderen Kantonen: Der Fischereiverband des Kantons Bern führt daher seit einem Jahr reine Frauen-Fischerkurse durch. Bereits muss er sein Angebot erweitern. Geschäftsführer Hans Thönen sagt: «Das Fischen geht weg vom Image der verschrobenen Kerle und Trunkenbolde, die in schlechter Militärkleidung nachts um den See schleichen.»

Janine Bürgi vom Amt für Jagd und Fischerei Zürich ist eine Vertreterin der neuen Generation von Fischerinnen. Rund einmal wöchentlich geht sie Angeln. «Manchmal sind die männlichen Fischer überrascht. Aber meistens reagieren sie positiv.»

Der Markt reagiert

Auch Michael Maissen vom Fischer-Shop Bernhard spürt den Wandel. «Die Marken bieten immer mehr Kleidung für Frauen an. Der Renner sind pinke Angelruten.» Zum Trend beigetragen habe auch das leichtere Material, die Prüfungspflicht und die ethischen Kodizes, erklärt André Bleiker, der in Zürich einen Fischer-Shop betreibt. «Fischen ist urban und weiblich geworden.»

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