3 mit Sex: «Frauen, ihr seid nicht die einzigen mit Orgasmus-Schwierigkeiten!»
Publiziert

3 mit Sex«Frauen, ihr seid nicht die einzigen mit Orgasmus-Schwierigkeiten!»

Bruce hat ein vermeintlich typisches Frauen-Problem: Er kommt nicht immer so einfach beim Sex. Was sich nach Jackpot anhört, kann ganz schön nerven.

von
Bruce
Zora Schaad
Julia Ullrich
1 / 1
Bruce verrät ein intimes Geheimnis – um das ihn seine Freunde beneiden. 

Bruce verrät ein intimes Geheimnis – um das ihn seine Freunde beneiden.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce verrät ein intimes Geheimnis: Er kommt beim Sex nur schwer zum Orgasmus.

  • Das Problem ist auch anderen in seinem Kollegenkreis bekannt.

  • Auf Ellas Rat hin will er neu seine Sexpartner*innen vor dem Akt einweihen – vorausgesetzt, es ist mehr als ein One-Night-Stand.

«Krass, das ist ja voll geil!», meinte mein Kumpel Per, als ich ihm von meinem Problem erzählte. «Es geht so», meinte ich etwas genervt. Ja, dass ich nicht bei der ersten Berührung meines besten Stücks losballere und damit jeden weiteren Spass beende, ist gut. Dass ich auch nach 30 Minuten Bettgymnastik meist immer noch chromstahlhart weiter turnen kann, auch. Aber dann fängt das Problem eben an. «Und du kommst einfach nicht?», fragte Per interessiert.

Nun ja: doch. Ich komme schon. Meistens zumindest. Aber die Irritation über mein – vermeintlich – ungewöhnliches Problem ist gross. Wie bei Nora (ihr erinnert euch!?) . Als wir das erste Mal im Bett landeten, nahm ich sie – und sie mich – eine gefühlte Ewigkeit. Bis sie irgendwann kam. Und ich nicht. Ich tat bloss so. Danach versteckte ich mein Kondom, um das entlarvende Beweismittel zu vernichten, und schlief halb befriedigt ein. Beim nächsten Mal: dieselbe Prozedur. Nur wollte und konnte ich das Malheur dieses Mal nicht unter den Teppich kehren. «Was ist los?», wollte sie wissen, nachdem sie es mir eine gefühlte Ewigkeit mit Hand und Mund gemacht hatte. «Alles gut!», antwortete ich. «Ich habe irgendwie den Moment verpasst.» Nach weiteren zehn Minuten Selbsttherapie kam ich. «Stimmt was nicht mit mir oder meiner Technik?», fragte Nora irritiert.

«Männer kommen. Immer. – Ich nicht!»

Und da war es wieder: Das Unverständnis über etwas, das nicht sein kann. Männer kommen. Immer. Und Männer können, wenn sie nicht unter vorzeitigem Samenerguss leiden, kontrollieren, wann sie kommen. Allzeit abschussbereit. Das ist ihre Stärke.

Ich nicht. Wenn ich es mir selber mache: ja. Wenn ich penetriere: manchmal. Bei Oralsex: oft. Woran das liegt: keine Ahnung.

Per und ich beschlossen, unsere Freund*innen zu konsultieren. Und siehe da: Stefano kannte das Problem. «Ich hatte das früher auch.» Jetzt sei es aber besser geworden, rapportierte er. Weniger wichsen vor dem Sex, lautete sein Geheimtipp. Das hatte ich natürlich schon ausprobiert, half aber nur ein bitzeli.

Auch das Internet half nicht wirklich weiter, diagnostiziert mir aber zur Abwechslung mal keinen Krebs. Ausser, dass das Phänomen Hypoorgasmie heisst, seit einigen Jahren bekannt ist, man aber noch kaum etwas darüber weiss, konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen. Ob ein Mann komme, sei nicht immer gleich, sondern von der Situation abhängig. Und bei manchen gehe die Hypoorgasmie von selbst wieder weg, wie bei Stefano.

«Der männliche Orgasmus ist im Fall auch kompliziert!»

«Dann sag es deinem Gspusi doch einfach vor dem Sex!», schlug Ella vor, als wir das Thema ein paar Tage später in der WG anschnitten. Ach Ella, du bist so wunderbar praktisch veranlagt! Und deshalb tue ich das jetzt auch, zumindest, wenn es mehr als ein One-Night-Stand sein soll.

Und um das Stigma ein für allemal aus der Welt zu schaffen: Liebe Frauen und Männer und alle dazwischen: Der männliche Orgasmus ist im Fall auch kompliziert. Manche Männer kommen zu schnell, manche kommen gar nicht und mache kommen zu spät. Genauso wie Frauen. Und trust me: Ich kann vergleichen! Also seid verständnisvoll, nehmt es nicht persönlich und denkt dran: Sex nicht gleich Orgasmus!

OneLove setzt auf den Genderstern

Liebe Leser*innen, wir verwenden den Genderstern, um in Personenbezeichnungen neben männlichen und weiblichen auch alle anderen Geschlechtsidentitäten sichtbar zu machen.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

Deine Meinung