Freiwilligen-Arbeit in Marokko: Frauen in Shorts erhalten Morddrohungen
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Freiwilligen-Arbeit in MarokkoFrauen in Shorts erhalten Morddrohungen

Drei Belgierinnen waren nach Marokko gereist, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten. Sie reisten aber rasch wieder ab, nachdem ein Islamist angekündigt hatte, sie köpfen zu wollen.

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Drei junge Belgierinnen erschienen in einen TV-Beitrag in Marokko, während sie in Shorts arbeiteten. Wenig später bedrohte ein 26-jähriger marokkanischer Lehrer sie mit dem Tod: Die Frauen «sollte man enthaupten, damit sie es sich nicht mehr wagen, die Lehren unserer Religion infrage zu stellen», schrieb er auf Facebook.

Drei junge Belgierinnen erschienen in einen TV-Beitrag in Marokko, während sie in Shorts arbeiteten. Wenig später bedrohte ein 26-jähriger marokkanischer Lehrer sie mit dem Tod: Die Frauen «sollte man enthaupten, damit sie es sich nicht mehr wagen, die Lehren unserer Religion infrage zu stellen», schrieb er auf Facebook.

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Am 10. August 2019 fand in Casablanca ein Solidaritätslauf statt: Dutzende Frauen versammelten sich unter dem Motto «Yes We Short», um in kurzen Hosen durch marokkanische Strassen zu marschieren.

Am 10. August 2019 fand in Casablanca ein Solidaritätslauf statt: Dutzende Frauen versammelten sich unter dem Motto «Yes We Short», um in kurzen Hosen durch marokkanische Strassen zu marschieren.

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Unter dem Hashtag #YesWeShort posten Frauen Bilder auf sozialen Plattformen, in denen sie in kurzen Hosen posieren.

Unter dem Hashtag #YesWeShort posten Frauen Bilder auf sozialen Plattformen, in denen sie in kurzen Hosen posieren.

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Drei Belgierinnen mussten vor wenigen Tagen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Marokko ausreisen: Nachdem die jungen Frauen für einen TV-Beitrag beim Arbeiten in Shorts gefilmt worden waren, erhielten sie Morddrohungen. Ein 26-jähriger marokkanischer Lehrer hatte auf Facebook geschrieben, die Frauen «sollte man enthaupten, damit sie es sich nicht mehr wagen, die Lehren unserer Religion infrage zu stellen».

Der Vorfall sorgte bei den belgischen Behörden für Panik, wie der französische Sender TV5 berichtet. Der flämische Verein Bouworde entsendet jedes Jahr Jugendliche zu Sommercamps nach Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. So hatte Bouworde unter anderem auch 37 Freiwillige in den Süden Marokkos geschickt, für den Bau einer Zufahrtsstrasse im Dorf Adar.

Keine Freiwilligen mehr in Marokko

Am 3. August strahlten lokale Sender einen Beitrag über die Arbeit der Freiwilligen aus, darin waren die jungen Frauen in kurzen Hosen zu sehen. In den Kommentaren wurde die Arbeit der jungen Ausländerinnen gelobt – doch die Bemerkung des 26-Jährigen zwang die Verantwortlichen von Bouworde, die Sicherheitsmassnahmen zu überprüfen.

Einige Tage nachdem die belgische Gruppe aus Marokko abgereist war, entschied die flämische Organisation, vorläufig keine Jugendlichen mehr dorthin zu entsenden. Diese Entscheidung wurde nach Rücksprache mit dem belgischen Aussenministerium und der belgischen Botschaft in Rabat gefällt.

Dutzende Frauen marschieren in Shorts

Am Samstag fand in Casablanca ein Solidaritätslauf für die Belgierinnen statt: Wie «Marocco News» berichtet, hatten sich Dutzende Frauen unter dem Motto «Yes We Short» versammelt, um in kurzen Hosen durch marokkanische Strassen zu marschieren.

Das Ziel des Marsches war es, «eine Botschaft an die Obskurantisten zu senden, die extreme Gedanken aufzwingen und das Image unseres Landes zerstören wollen», erklärten die

Organisatoren der Veranstaltung.

Die Polizei von Marokko hat inzwischen den Lehrer, der die Morddrohungen aussprach, festgenommen. Er wurde wegen Anstiftung zu terroristischen Handlungen angeklagt.

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