Escort-Anbieter: «Frauen kommen auf uns zu»
Aktualisiert

Escort-Anbieter«Frauen kommen auf uns zu»

Betreiber von Escort-Services sind empört über die Masche eines Deutschen: Dieser hatte eine 16-Jährige mit einem Zettel angeworben. 20 Minuten hat mit dem Mann gesprochen.

von
Jeroen Heijers
Die Mitarbeiterin eines Schweizer Escort-Anbieters findet die Masche mit dem Flyer schlimm.

Die Mitarbeiterin eines Schweizer Escort-Anbieters findet die Masche mit dem Flyer schlimm.

«Ich finde so etwas schlimm», sagt eine Mitarbeiterin des St. Galler Escort-Service Belle Donne, als sie auf den Fall aus dem Thurgau angesprochen wird. Vor einer Woche hatte ein unbekannter Deutscher mittleren Alters einem minderjährigen Mädchen einen Zettel in die Hand gedrückt, auf der die Handynummer eines Escort-Services und das Angebot für einen Job standen.

«Dabei handelt es sich möglicherweise um Zuhälter», so die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte Auch beim Mostindien-Escort sorgt das Vorgehen für Befremden. «Interessierte Frauen kommen auf uns zu und bewerben sich», so ein Mitarbeiter. Diese Frauen seien jedoch immer über 18 Jahre alt.

Auf naive Mädchen abgesehen

Milo* vom Erotikportal 6angebot.ch bestätigt: «Es sind die Frauen, die sich bei uns bewerben.» Diese kämen aus den verschiedensten Berufsgruppen - von der Studentin bis zur Hausfrau - und wollten in der Regel etwas dazu verdienen. Das Vorgehen des Deutschen lässt bei Milo die Alarmglocken klingeln: «Solche Leute wollen naive junge Mädchen gewinnen. Diese werden dann zu einem Fotoshooting überredet und enden schliesslich als Vergewaltigungsopfer.»

20 Minuten kontaktierte den unbekannten Deutschen unter der Nummer, die auf dem Anmach-Flyer stand. Der Mann kann die Aufregung nicht verstehen. «Wir sind eine normale Escort-Agentur», so der Deutsche. Andere Absichten weist er weit von sich. Dass Frauen auf der Strasse direkt angesprochen werden, bestreitet der Mann nicht. Der Vorteil bei diesem Vorgehen sei, dass man die Frauen bereits für optisch geeignet befunden habe. Allerdings würden sie normalerweise zuerst nach dem Alter gefragt. Weshalb das in Uttwil nicht geschah, kann er nicht erklären. «Letztendlich», so der Mann, «kann jede Frau, die kein Interesse hat, den Zettel einfach wegschmeissen.»

*Name geändert

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