Abstimmungen vom 25. September: Frauen lehnten AHV-Reform deutlich ab – Ja dank Männern und Pensionären

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Abstimmungen vom 25. SeptemberFrauen lehnten AHV-Reform deutlich ab – Ja dank Männern und Pensionären

Die AHV-Reform wurde am Abstimmungssonntag von einer knappen Mehrheit der Stimmbevölkerung angenommen – die Differenzen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind aber enorm.

von
Benedikt Hollenstein
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Während sich rund 65 Prozent der Männer für die AHV-Reform aussprachen, stimmten prozentual fast ebenso viele Frauen dagegen.

Während sich rund 65 Prozent der Männer für die AHV-Reform aussprachen, stimmten prozentual fast ebenso viele Frauen dagegen.

Screenshot/Tamedia
Bei der Parteizugehörigkeit zeigt sich: Vor allem die Anhänger der Mitte-Parteien verhalfen der Vorlage zum Sieg.

Bei der Parteizugehörigkeit zeigt sich: Vor allem die Anhänger der Mitte-Parteien verhalfen der Vorlage zum Sieg.

Screenshot/Tamedia
Deutlich auch die Unterschiede beim Alter: Ohne die über 65-jährigen Wähler wäre die Vorlage wohl chancenlos gewesen.

Deutlich auch die Unterschiede beim Alter: Ohne die über 65-jährigen Wähler wäre die Vorlage wohl chancenlos gewesen.

Screenshot/Tamedia

Darum gehts

Lange war unklar, wie das Resultat zur AHV-Reform an der Urne ausfallen wird. Schlussendlich sagten 50,6 Prozent der Stimmbevölkerung ja zur Gesetzesänderung, mit der das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre erhöht wird. Ein Blick auf die Karte zeigt: Zwischen den deutsch- und den italienisch- und französischsprachigen Gebieten besteht wieder mal ein deutlicher «Röstigraben». Doch die klaren Meinungsverschiedenheiten bestehen nicht nur geografisch.

SP ruft zu Streiks auf

Wie die Nachwahlbefragung von 20 Minuten und Tamedia zeigt, fiel die AHV-Vorlage bei den Frauen sowie bei der jüngeren Stimmbevölkerung durch. Während über 65 Prozent der befragten Männer angaben, für die Reform gestimmt zu haben, hat mit 63 Prozent ein beinahe gleich grosser Anteil der befragten Frauen gegen die Gesetzesänderung, die in erster Linie sie betrifft, gestimmt. Nebst Politikerinnen der SP rufen deshalb auch verschiedene Frauenorganisationen zu Streiks auf.

«Junge waren nicht interessiert»

Vor allem die Wähler älterer Jahrgänge haben der Vorlage des Bundesrates zum Sieg verholfen – mehr als 67 Prozent der über 65-Jährigen nahmen den Antrag an der Urne an. Bei einer Ausklammerung dieser Wählergruppe aus den Resultaten wäre das Ergebnis deutlich gegen den Bundesrat ausgefallen. So lehnten fast 60 Prozent der 50- bis 64-Jährigen die AHV-Reform ab, bei den 35- bis 49-Jährigen waren es rund 55 Prozent der Befragten, die gegen die Gesetzesänderung gestimmt hatten. Bei den 18- bis 34-Jährigen stiess die Vorlage laut dem Politologen Thomas Milic auf zu wenig Interesse, rund 50 Prozent der Befragten nahmen die Vorlage an.

Grosse Differenzen gibt es auch in punkto Einkommen – während gut 40 Prozent der befragten Personen, die 3000 bis 5000 Franken im Monat verdienen, die Vorlage angenommen haben, waren es bei jenen, deren Einkommen monatlich über 11’000 Franken beträgt, fast  65 Prozent Ja-Stimmen. Das Meinungsforschungsinstitut Leewas kommt deshalb zum Schluss: «Gegen das Votum der Frauen und der Personen mit tieferem Einkommen wurden die AHV-Reformen von den Männern, Pensionierten und gut Verdienenden angenommen.» 

Nachwahlbefragung

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