Selbstverteidigungskurse in Luzern - Frauen lernen, sich gegen Gewalttäter zur Wehr zu setzen
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Selbstverteidigungskurse in Luzern Frauen lernen, sich gegen Gewalttäter zur Wehr zu setzen

Gewaltdelikte gegen Frauen sorgten in den letzten Wochen für Unsicherheit. Die Securitas bietet nun kostenlose Selbstverteidigungskurse an, um die Frauen zu stärken.

von
Tino Limacher
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Den Frauen wieder Mut machen. Das möchte Securitas Luzern mit den Selbstverteidigungskursen erreichen und so ein Zeichen gegen Gewalt setzen. (Symbolbild) 

Den Frauen wieder Mut machen. Das möchte Securitas Luzern mit den Selbstverteidigungskursen erreichen und so ein Zeichen gegen Gewalt setzen. (Symbolbild)

BZ/Stefan Anderegg
Erst kürzlich sorgten nämlich Gewalttaten gegen Frauen in verschiedenen Schweizer Städten für Schlagzeilen.  (Symbolbild) 

Erst kürzlich sorgten nämlich Gewalttaten gegen Frauen in verschiedenen Schweizer Städten für Schlagzeilen. (Symbolbild)

20min/Nicolas Y Aebi
Im zweistündigen Kurs wird auch der Einsatz von Pfefferspray geübt und dessen Wirkung thematisiert. Auch rechtliche Aspekte werden angesprochen. (Symbolbild)

Im zweistündigen Kurs wird auch der Einsatz von Pfefferspray geübt und dessen Wirkung thematisiert. Auch rechtliche Aspekte werden angesprochen. (Symbolbild)

BZ/Andreas Blatter

Darum gehts

  • Securitas Luzern bietet von Dezember bis März Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Die Motivation dahinter sind unter anderem die Gewaltdelikte gegen Frauen.

  • Laut David Wyder, Regionaldirektor der Securitas Zentralschweiz, möchte man mit den Kursen einen Beitrag zur Sicherheit der Frauen leisten. Deshalb sind sie komplett kostenlos.

  • Inhaltlich steht die Prävention im Vordergrund. Dennoch soll etwa auch die Anwendung und Wirkung von Pfeffersprays thematisiert werden.

Die Securitas Luzern hat sich entschlossen, einen Beitrag gegen Gewalt an Frauen zu leisten, und bietet deshalb mehrere Selbstverteidigungskurse an. «Die Kurse werden für Frauen ab 16 Jahren kostenlos sein. Damit wir die Teilnehmerinnen im Kurs optimal betreuen können, haben wir die Anzahl pro Kurs auf maximal 20 beschränkt», so David Wyder, Regionaldirektor der Securitas Zentralschweiz. Die Idee, einen speziell für Frauen entwickelten Kurs anzubieten, sei aber schon länger vorhanden gewesen. Ausschlaggebend für den jetzigen Zeitpunkt des Angebots war, dass Mitte Oktober eine Frau in der Stadt Luzern nachts auf dem Heimweg im Gebiet der Langensandbrücke von einem Unbekannten vergewaltigt wurde. Ende Oktober wurde auch noch eine Frau in Basel vergewaltigt.

Den Teilnehmerinnen die Angst vor krassen Begegnungen nehmen

Geleitet und inhaltlich zusammengestellt werden die Selbstverteidigungskurse von Nico Schützelhofer, Experte für Personensicherheit bei der Securitas Luzern: «Die Kurse sollen den Teilnehmerinnen in erster Linie die Angst vor solchen krassen Begegnungen nehmen, da sie im Normalfall glücklicherweise selten vorkommen. Trotzdem will ich im Kurs aufzeigen, dass man sich in Notsituationen durchaus physisch wehren kann und darf, wenn es verbal nicht mehr geht.» Deshalb wird im rund zweistündigen Kurs ebenfalls der Umgang mit dem Pfefferspray geübt: «Vordergründig ist die praktische Anwendung des Pfeffersprays und dessen Wirkung, angesprochen werden aber auch rechtliche Aspekte.» Beispielsweise ist es wichtig zu wissen, dass auch beim Opfer eine Beweisschuld liegt: So muss die angegriffene Person, die sich zur Wehr setzt, im Nachhinein beweisen können, dass sie den Pfefferspray aus Notwehr eingesetzt hatte.

Pfefferspray sollte der letzte Ausweg sein

Keinesfalls möchte Schützelhofer aber den Einsatz von Pfefferspray zu stark bewerben, denn er ist ein Notfallinstrument. Deswegen gewichtet Schützelhofer die Prävention im Kurs höher: «Massnahmen, wie etwa nicht alleine unterwegs zu sein oder andere über sein nächtliches Vorhaben zu informieren, sind bereits einfache, aber effektive Sicherheitsvorkehrungen. Der Pfefferspray sollte also der letzte Ausweg sein.» Die Themen werden anhand von praxisbezogenen Beispielen besprochen oder in Form von Rollenspielen von den Teilnehmenden gleich selbst ausprobiert. Die ersten zwei Kurse werden bereits im Dezember 2021 stattfinden. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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