Aktualisiert 09.10.2012 16:56

Dating-UmfrageFrauen schicken Männer wegen SMS in die Wüste

Nach dem ersten Date docken die meisten via SMS an. Aber Achtung: Wer sich einen Fauxpas auf 160 Zeichen leistet, bei dem könnte es bald heissen: Keine Nummer unter diesem Anschluss.

von
cat
Die falsche SMS kann das zarte Pflänzchen der Liebe im Keim ersticken.

Die falsche SMS kann das zarte Pflänzchen der Liebe im Keim ersticken.

Wir wollten vom User wissen: Wie daten Sie im Smartphone-Zeitalter? 4610 Leser von 20 Minuten Online standen uns Rede und Antwort. Und tatsächlich: Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern hat sich massiv verändert. Das Fazit: Reden ist Silber, schreiben ist Gold. Denn nach dem ersten Date greifen nur noch die wenigstens zum Handy, um tatsächlich die Stimme des anderen zu hören - nur sechs Prozent der Frauen wählen diese Option. Auch bei den Männern, von denen man traditionell diesen Schritt erwartet, wollen nur 13 Prozent mit dem Objekt ihrer Begierde telefonieren.

Viel lieber greifen beide Geschlechter zur Option Textnachricht. 92 Prozent der Frauen treten nach dem ersten Date via Kurznachricht (SMS oder WhatsApp) in Kontakt, 83 Prozent der Männer. Einfach, schnell, unverfänglich - könnte man meinen. Aber die 160 Zeichen bergen ihre Tücken.

Liebeskiller SMS

41 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer haben einem Mann schon einmal ein zweites Date aufgrund einer unpassenden SMS verwehrt. Der meistgenannte Grund für den Kontaktabbruch: Die Nachricht war zu aufdringlich und indiskret (75 Prozent) oder zu schleimig (50 Prozent). Männern zeigen sich da toleranter: 25 Prozent von einer seltsamen SMS abschrecken lassen.

Im Schnitt nehmen sich über die Hälfte aller Befragten 15 Minuten Zeit, um am perfekten SMS-Text zu tüfteln. 30 Prozent der Frauen gehen sogar soweit, die SMS einer Freundin zum Gegenlesen zu geben. Bei den Männern tun das gerade mal neun Prozent. An Selbstsicherheit mangelt es den Herren also deutlich weniger.

No-Go Rechtschreibfehler

Doch was sind die grössten Abturner in einer Textnachricht? Ganz oben auf der Abschussliste stehen Rechtschreibfehler (64 Prozent) vor zu vielen Ausrufezeichen (59 Prozent) und Abkürzungen wie LOL oder LMAO (52 Prozent). Weniger allergisch reagieren Singles auf Smileys - bloss sechs Prozent finden diese dämlich.

Mit der (vermeintlichen) Unverbindlichkeit der Textnachricht hat sich eine weitere alte Dating-Regel verabschiedet: Dass man 72 Stunden nach der ersten Verabredung verstreichen lassen soll, ehe man sich meldet. Vor allem die Frauen finden: Die drei Tage Wartezeiten findet nur ein schlappes Prozent der Damen passend. Mehr noch: 54 Prozent finden, dass man sich sogar schon am gleichen Abend noch melden darf. Bei den Männern sagten dies 46 Prozent.

Einig sind sich die Geschlechter im wohl wichtigsten Punkt: Jeder zweite findet, dass Daten gerade wegen der neuen Medien komplizierter anstatt einfacher geworden ist.

«Männer finden indiskrete SMS schmeichelhaft»

(Thomas Merz ist Medienpädagoge der Pädagogischen Hochschule Thurgau)

Herr Merz, warum schrecken ­indiskrete SMS Frauen im Gegensatz zu Männern ab?

Thomas Merz: Frauen bekommen grundsätzlich mehr solche SMS und sie müssen sich auch im Alltag eher gegen aufdringliche Männer wehren. Verlangt jemand etwas, was sie nicht geben möchten, reagieren sie mit Abweisung. Männer erhalten sie seltener und empfinden sie daher oft als schmeichelhaft.

Soll man am besten ganz auf SMS verzichten zugunsten eines Telefongesprächs?

Auf keinen Fall. Wenn ich mit jemandem einen ganzen Abend zusammen war, braucht es das nicht. Ein Anruf ist aufdringlicher als ein SMS, da ich voraussetzen muss, dass der andere genau dann auch Zeit für ein Gespräch hat.

Was schreibe ich in ein perfektes SMS?

Alles, was ehrlich gemeint ist und das Gegenüber zu nichts verpflichtet. Ich persönlich würde schreiben, warum mir das Treffen und mein Gegenüber gefallen haben.

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