Wahlanalyse: Frauen, Schwarze und Hispanics verhalfen Obama zum Sieg
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WahlanalyseFrauen, Schwarze und Hispanics verhalfen Obama zum Sieg

56 Prozent der Wählerinnen, 95 Prozent der Schwarzen und zwei Drittel der Hispanics stimmten für Barack Obama. Aber auch sein Werben um Erstwähler hat sich für den Demokraten ausgezahlt.

Zugleich hat es John McCain nicht geschafft, seinen Vorsprung bei den weissen Wählern weit genug auszubauen, um Obama den Triumph streitig zu machen.

Die Unterstützung der weissen Wähler war in der Vergangenheit stets eine wichtige Basis für den Erfolg republikanischer Präsidentschaftskandidaten. Für McCain stimmten diesmal landesweit 55 Prozent der Weissen. Lediglich in den Südstaaten erhielt er doppelt so viele Stimmen wie Obama.

Dagegen stimmten 95 Prozent der schwarzen Wähler und zwei Drittel der Hispanics für den Demokraten. Generell ging der Anteil der Weissen unter den Wählern auf 74 Prozent zurück - im Jahr 2000 waren es noch 81 Prozent.

Etwa ein Fünftel der Befragten in beiden politischen Lagern bezeichnete die Hautfarbe als einen Faktor für ihre Entscheidung, fast niemand erachtete diesen Aspekt aber als wichtigsten Punkt.

Jüngere stimmen für Obama

Uneinholbar war Obamas Vorsprung bei den Jungwählern: In der Gruppe der unter 30-Jährigen führte der 47-jährige Demokrat mit 34 Prozentpunkten vor dem 72-jährigen McCain. Und von denjenigen, die sich zum ersten Mal überhaupt an einer Präsidentenwahl beteiligten, stimmten fast 70 Prozent für Obama.

Überproportional stark unter den Erstwählern vertreten waren Schwarze: Ihr Anteil in dieser Gruppe betrug etwa ein Fünftel. Ein weiteres Fünftel waren Hispanics. Etwa die Hälfte der Erstwähler bezeichnete sich als Demokraten, ein Drittel als parteilos.

McCain führt bei weissen Arbeitern

Die älteren Wähler, ab 65 Jahren aufwärts, stimmten mit knapper Mehrheit für McCain. Ihr Anteil am gesamten Wahlvolk betrug 16 Prozent - sie hatten damit ähnlich starken Einfluss wie die Jungwähler unter 30.

Den stärksten Rückhalt fand McCain bei weissen Arbeitern, die zu 58 Prozent für ihn stimmten. Allerdings hatte der scheidende Präsident George W. Bush im Jahr 2004 bei den Weissen ohne höheren Bildungsabschluss noch einen Vorsprung von 23 Prozentpunkten.

Traditionell wichtig für den Wahlsieg eines demokratischen Präsidentschaftskandidaten ist eine Mehrheit bei den weiblichen Wählern. Für Obama stimmten am Dienstag 56 Prozent der Frauen. Unter den Männern gab es keine deutliche Präferenz für einen der Kandidaten.

Wirtschaft als wichtigstes Thema

Die allgemeine Stimmungslage fiel eindeutig für Obama ins Gewicht. Fast 60 Prozent seiner Wähler sagten, sie seien aufgeregt und gespannt. Unter den McCain-Wählern äusserte sich weniger als ein Drittel entsprechend.

Das Problem, das die Amerikaner derzeit am meisten bewegt, ist die Wirtschafts- und Finanzkrise. Zwei Drittel der Befragten bezeichneten dies als wichtigstes Thema. Die drei anderen Themen, die die Meinungsforscher in der Umfrage auflisteten, spielten eine deutlich untergeordnete Rolle: Energiefragen, Irak-Krieg, Terrorismus und das Gesundheitssystem.

Die Analyse der Wählerpräferenzen beruht auf einer Befragung, die die Institute Edison Media Research und Mitofsky International für die Nachrichtenagentur AP und verschiedene Fernsehsender durchführten. Knapp 18.000 Wähler wurden dafür nach der Stimmabgabe befragt. (dapd)

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