Aktualisiert 19.10.2006 17:11

Frauen und Mathematik: Von der Einstellung hängt es ab

Wie Frauen in Mathematiktests abschneiden, hängt von ihrer persönlichen Einstellung ab. Zu diesem Schluss kamen die Psychologen Ilan Dar-Nimrod und Steven Heine in einer Studie.

«Die Ergebnisse der Frauen werden davon beeinflusst, ob sie an genetische oder soziale Ursachen für den angeblichen Unterschied zwischen Männern und Frauen bei mathematischen Leistungen glauben.» Dies hiess es in einem Bericht der zwei Psychologen von der Universität von British Columbia im US-Fachjournal «Science».

Mehr als 220 Kandidatinnen lösten für die Untersuchung Mathematikaufgaben, zwischendurch lasen sie jeweils ein Essay. Darin wurden die mathematischen Fähigkeiten von Frauen unterschiedlich erklärt.

Die Probandinnen, die zuvor den Essay mit der Behauptung gelesen hatten, dass Frauen aus genetischen Gründen in Mathematik weniger leisten, schnitten sehr schlecht ab. Bessere Ergebnisse hatten die Probandinnen, denen die Mathematik-Differenz zu Männern mit andersartigen Lebenserfahrungen erklärt wurde.

«In unserer Studie geht es nicht darum, ob angeborene Unterschiede existieren», erläuterte Dar-Nimrod. «Wir haben untersucht, wie Klischees die mathematischen Leistungen von Frauen beeinflussen können.»

Sein Kollege Heine sagte, die Ergebnisse suggerierten, dass Menschen dazu neigten, genetische Gründe als machtvoller und unumstösslicher zu akzeptieren. «Das kann zu selbsterfüllenden Prophezeiungen führen», erklärte Heine. (sda)

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