Frauenpower bei Wahlen in Argentinien
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Frauenpower bei Wahlen in Argentinien

Bei der Präsidentenwahl in Argentinien zeichnete sich erstmals in der Geschichte des Landes der Sieg einer Frau ab. Haushohe Favoritin war die Peronistin Cristina Fernández de Kirchner, bisherige Senatorin und Frau des scheidenden Präsidenten Néstor Kirchner.

Auf Platz zwei lag die Politikerin der linken Mitte Elisa Carrió. Nach Einschätzung der Umfrageinstitute dürfte sie es jedoch kaum schaffen, die für einen Sieg Kirchners gleich in der ersten Runde notwendige Mehrheit zu verhindern und damit eine Stichwahl im November zu erzwingen. Alle anderen 12 Kandidaten galten als chancenlos.

Kirchner profitierte zwar von den wirtschaftspolitischen Erfolgen ihres Mannes und dem Einsatz des Staatsapparates für ihren Wahlkampf. Jedoch ist sie eine erfahrene Politikerin, und ihr wird ein unbedingter Wille zur Macht nachgesagt.

Gefürchtet wegen ihrer Scharfzüngigkeit

Bei ihren politischen Gegnern und auch bei Mitarbeitern ist sie wegen ihrer Scharfzüngigkeit und manchmal aufbrausenden Art gefürchtet. Als ihre Hauptaufgaben bezeichnet sie die Festigung der Demokratie, das Wirtschaftswachstum und die Überwindung der krassen sozialen Unterschiede.

Bei der Stimmabgabe in ihrem Heimatort Rio Gallegos - 2500 Kilometer südlich der Hauptstadt Buenos Aires - erinnerte sie an die dunklen Diktaturzeiten der jüngeren argentinischen Geschichte. «Als ich 18 Jahre alt war, konnte ich nicht wählen», sagte die heute 54-Jährige.

Der Wahlkampf, in dem sich Kirchner oft schon wie ein Staatsoberhaupt äusserte und Interviews, Pressekonferenzen sowie Fernsehdebatten ablehnte, blieb ohne Höhepunkte.

Erfolgreicher Vorgänger

Néstor Kirchner gelang es während der vergangenen vier Jahre, die Auslandsschulden drastisch zu senken, die Wirtschaft anzukurbeln, den Staatshaushalt auszugleichen und Millionen neuer Arbeitsplätze zu schaffen.

«Argentinien wird wieder aus dem Präsidentenpalast und dem Parlament regiert und nicht vom Internationalen Währungsfonds», sagte Frau Kirchner bei der Abschlussveranstaltung ihres Wahlkampfes.

Opposition relativiert

Die zersplitterte Opposition versuchte unterdessen, die wirtschaftliche Erholung Argentiniens vor allem mit einer günstigen Konjunktur der Weltwirtschaft zu erklären.

Die alten Leiden der Abhängigkeit des Landes von Rohstoffexporten, der Vetternwirtschaft und Korruption, der schwerfälligen Verwaltung und der Rechtsunsicherheit hätten sich indes unter Kirchner nur noch verschärft. Zudem habe die Regierung die Inflationszahlen nach unten manipuliert.

Parallel zur Präsidentenwahl wurden auch die Hälfte der Abgeordneten der Deputiertenkammer und ein Drittel des Senats neu bestimmt. In beiden Häusern verfügen die in verschiedene Lager gespaltenen regierenden Peronisten über eine deutliche Mehrheit. Zudem wurden in acht Provinzen Gouverneure und Regionalparlamente neu bestellt.

Die Wahllokale sollten um 18.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MEZ) schliessen; erste Ergebnisse wurden in der Nacht erwartet.

(sda)

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