Aktualisiert 27.12.2010 19:10

Schweden

Frauenquote im Legoland

Das passt zu Skandinavien: Jetzt gibt es gar eine Forderung für eine Frauenquote im Kinderspielzimmer.

von
Andy Fischer
Mehr Lego-Männchen als -Frauchen: Zwei Schweden fordern nun Gleichberechtigung. (Foto: colourbox.com)

Mehr Lego-Männchen als -Frauchen: Zwei Schweden fordern nun Gleichberechtigung. (Foto: colourbox.com)

Der hohe Norden Europas gilt als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung. In Norwegen beispielsweise sind in den börsenkotierten Unternehmen mindestens 40 Prozent weibliche Verwaltungsratsmitglieder vorgeschrieben. Auch Schweden will in diese Richtung gehen. Aber die Frauen sollen im Land der Elche nicht nur die gläsernen Bürotürme erobern, sondern auch die Plastikwelt im Legoland. Die Journalisten Ulrika Hjorth und Tobias Östberg forderten in einem Gastbeitrag im Massenblatt «Aftonbladet» neben den bekannten Lego-Männchen auch mehr Lego-Frauchen. «Vielleicht braucht es dazu die Androhung einer Quote wie bei Verwaltungsräten», heisst es in dem mit «Var är brudarna?» (Wo sind die Bräute?) überschriebenen Artikel.

Was die beiden Eltern von je drei Kindern vor allem stört: Wenn im Legoland mal Frauen vorkommen, dann füttern sie Schweine, während die Männer Raumschiffe oder Rennautos steuern. Hjorth und Östberg glauben auch, dass der dänische Spielzeug-Riese von einer Frauenquote im Legoland profitieren könnte: «Wenn in den Bausätzen so viele Buben- wie Mädchenfiguren zu finden wären, gäbe es auch mehr Mädchen, die mit Enthusiasmus mit Lego spielen würden.» Eine Unternehmenssprecherin gibt denn auch zu, dass der Lego-Konzern «traditionell am besten darin ist, Produkte für Knaben zu entwickeln». Aber auch ohne Frauenquote nagen die dänischen Spielzeughersteller nicht am Hungertuch. Lego schloss das Geschäftsjahr 2009 mit einem Nettogewinn von knapp 400 Millionen Franken ab.

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