Aktualisiert 26.06.2009 01:42

Kanton AargauFrauenzentrale kämpft um Alimenten-Inkassostelle

Im Seilziehen um die Alimenten-Inkassostelle (AIK) im Kanton Aargau zeichnet sich vorerst keine Lösung ab. Die aus dem Büro der AIK entwendeten 1200 Akten und Buchhaltungsunterlagen befinden sich noch immer im Besitz eines neuen Trägervereins.

Gegen Exponenten des Vereins «Alimenteninkasso Aargau» um den ehemaligen SP-Grossrat Markus Leimbacher seien juristische und strafrechtliche Verfahren eingeleitet worden, teilte die Frauenzentrale Aargau (FZA) am Donnerstag mit. Die FZA sieht sich als rechtmässige Betreiberin der Alimenten-Inkassostelle.

Vereinsmitglieder hatten am vergangenen Wochenende die Akten, PC- Server und Buchhaltungsunterlagen aus dem AIK-Büro in Brugg abtransportiert. Die Frauenzentrale zeigte den Diebstahl bei der Kantonspolizei an.

Die Frauenzentrale lehnt Verhandlungen mit dem Verein ab. Sie besorgt seit 32 Jahren das Alimenteninkasso von über 120 Gemeinden. Neun Angestellte betreuten bislang rund 1200 Mandate und setzten pro Jahr rund sechs Millionen Franken um.

Die Gemeinden sind unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Kinderalimente zu bevorschussen und beim Eintreiben der Unterhaltsbeiträge an geschiedene oder alleinstehende Personen zu helfen. Gemeinden haben die AIK mit diesen Aufgaben betreut.

Vieles im Dunkeln

Der Verein um Leimbacher hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, die Alimenten-Inkassostelle werde ab sofort selbständig geführt. Die Kasse habe seit jeher fachlich, wirtschaftlich und finanziell eigenständig gearbeitet. Die Motivation des Vereins und die genauen Hintergründ des Streits sind unklar.

Die Frauenzentrale Aargau befürchtet, dass direkt betroffene Frauen und Männer wegen des Vorgehens des Vereins eventuell in einen finanziellen Engpass geraten können. Für Einzelfällen werde eine Lösung gesucht.

(sda)

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