Aktualisiert 13.07.2011 14:01

Nach Ankündigung am TVFraumünster-Posträuber wird rückfällig

Er bedrohte in Dietikon einen Modeberater mit einem Bügeleisen und raubte ihn aus. Sein Verbrechen hat der berüchtigte Fraumünsterpost-Räuber Zoran V. im Fernsehen angekündigt. Jetzt steht er vor Gericht.

von
Attila Szenogrady

Der heute 34-jährige Serbe Zoran V. sorgte am 1. September 1997 über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen. Er war mit mehreren Komplizen am spektakulären Raub in der Zürcher Fraumünsterpost beteiligt. Die Bande erbeutete dabei über 53 Millionen Franken. Allerdings waren alle Haupttäter schon bald verhaftet und rund die Hälfte der Beute von der Polizei sichergestellt. Zoran V. wurde in Spanien mit rund 1,3 Millionen Franken festgenommen. Er war allzu schnell durch einen viel zu aufwändigen Lebensstil und enorm hohe Geldausgaben aufgefallen.

1999 kassierte der «Benjamin» der Bande zwar eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten. Er erhielt aber eine Chance im Rahmen einer Arbeitserziehung.

Rückfall mit Ansage im Schweizer Fernsehen

Nach dem Scheitern der Massnahme wurde Zoran V. 2001 nach Serbien ausgeschafft. Allerdings kehrte er bald wieder nach Zürich zurück, wo er im Frühjahr 2003 eine weitere Vorstrafe wegen Hehlerei erhielt. Später kassierte der Kokainkonsument in Frankreich wegen Drogendelikten eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Im Frühjahr 2008 trat Zoran V. unter einem neuen Namen im Schweizer Fernsehen in der Sendung «Leben live» als rühriger Posträuber im Ruhestand auf. Er präsentierte sich als braver Familienvater und Betreiber einer serbischen Holzkistenfabrik. Er spottete dabei über das dumme Lächeln des Staatsanwaltes und Postraubjägers Rolf Jäger und stellte in Aussicht, dass er sicher nicht mehr einen so grossen Raub ausführen werde. Aber vielleicht einen kleinen Raub.

Opfer gefesselt und mit heissem Bügeleisen bedroht

Am 13. November 2010 machte Zoran V. seine Ansage wahr. Zusammen mit einem Landsmann überfiel er in Dietikon an einem helllichten Vormittag einen ahnungslosen Modeberater in dessen Wohnung. Zoran V. spritzte dem Opfer eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Dann fesselten ihn die Gangster mit einem Klebeband und räumten die ganze Wohnung aus. Um zu den Codes der Bankkarte zu kommen, bedrohte der Posträuber den Geschädigten nicht nur mit einem Brecheisen, sondern auch mit einem heissen Bügeleisen. Worauf der in Todesangst versetzte Modeberater die Nummern bekannt gab. Kurz darauf konnte das Duo das Bankkonto des Opfers plündern, wurde aber zwei Tage später von der Polizei erwischt. Der in seiner Wohnung zurückgelassene Geschädigte hatte sich indessen selber befreien können.

Zu milder Strafantrag: neuer Prozess

Am Mittwoch musste sich der teilgeständige Zoran V. wegen Raubes, Erpressung, versuchter Freiheitsberaubung, Hausfriedensbruchs und rechtwidrigen Aufenthaltes am Bezirksgericht Dietikon verantworten. Der Strafantrag lautete auf zwölf Monate Freiheitsstrafe unbedingt. Viel zu milde für die zuständige Einzelrichterin Alexandra Hardegger. Sie lehnte eine Urteilsfindung ab und überwies den Fall an das Kollegialgericht, welche eine erheblich höhe Strafe festlegen kann. Hardegger erklärte dazu, dass Zoran V. den Sachverhalt nicht ganz eingestanden habe. So habe dieser die Bedrohung des Opfers mit einem Bügeleisen in Abrede gestellt. In einem Punkt glaubte das Gericht Zoran V.. So hatte dieser am Prozess erklärt, dass er vom Opfer bei einem Kokaingeschäft übers Ohr gehauen worden sei. Deshalb habe er dessen Wohnung ausgeräumt. Das Gericht folgte dieser Version, hielt aber auch fest, dass eine solche Selbstjustiz noch lange kein Strafmilderungsgrund sei.

Zoran V. muss sich deshalb bald vor einem dreiköpfigen Gericht verantworten und wohl mit einer erheblich härteren Strafe rechnen.

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