«Minecraft»-Erfinder: «Free2Play ist wie Heroin oder Glücksspiel»
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«Minecraft»-Erfinder«Free2Play ist wie Heroin oder Glücksspiel»

Markus «Notch» Persson fetzt sich auf Twitter mit einem «Duke Nukem»-Entwickler über Free2Play-Games und entfacht damit eine neue Kontroverse.

von
pst
«Minecraft»-Erfinder Markus Persson sagt Free2Play-Spielen wie «Clash of Clans» den Kampf an.

«Minecraft»-Erfinder Markus Persson sagt Free2Play-Spielen wie «Clash of Clans» den Kampf an.

Markus «Notch» Persson, durch den Verkauf des ehemaligen Indie-Games «Minecraft» an Microsoft zum schwerreichen Entwickler-Veteran und Villenbesitzer in Beverly Hills aufgestiegen, hat sich auf Twitter negativ über sogenannte Free2Play-Games geäussert.

Konkret kritisiert Persson das Finanzierungsmodell derartiger Games, die zwar kostenlos erhältlich sind, in deren Spielverlauf man aber zum Geldausgeben animiert wird. Der «Minecraft»-Erfinder findet auf Twitter klare Worte für diese Art von Monetarisierung in Games: «Scheiss drauf. Free2Play setzt auf Lockvogeltaktik und sollte illegal sein.»

«Minecraft» vs. «Duke Nukem»

Mit seiner Tirade gegen vermeintliche Gratis-Spiele tritt Persson die nicht eben neue Diskussion um den Begriff «Free2Play» zum wiederholten Mal los. Er kritisiert weniger die Spiele an sich, sondern die Tatsache, dass sie eben nur zum Schein gratis sind: Wer schneller in einem solchen Titel vorankommen will, muss Geld für bessere Waffen oder die Verbesserung seines Helden investieren. Deshalb spricht Persson auch von «Lockvogeltaktik» und vergleicht das Suchtpotenzial derartiger Konzepte mit harten Drogen wie Heroin oder Glücksspiel.

Allerdings hat der «Minecraft»-Erfinder mit seinem ersten Post auf einen Tweet von «Duke Nukem»-Entwickler George Broussard reagiert. Dieser hatte sich lediglich darüber geäussert, dass Spieleentwickler, die etwas gegen Free2Play-Games hätten, ihre «elitäre» Haltung noch einmal überdenken sollten.

Diese Äusserung bezieht sich wohl weniger auf die Finanzierungsmodelle derartiger Spiele als vielmehr auf den wachsenden Erfolg, den Mobile-Games innerhalb der Spielergemeinschaft mittlerweile verzeichnen. Betrachtet man beispielsweise den Release des ersten «Fallout»-Free2Play-Spiels, zeigt sich, wie viel Potenzial in solchen Titeln steckt. «Fallout Shelter» war bereits in den ersten Tagen nach Erscheinen das erfolgreichste Game in Apples App Store.

Hitzige Diskussionen

Was auf die ersten beiden Tweets zu dem Thema folgt, ist eine mehr als hitzige Diskussion um die nach wie vor bei vielen Spielern als «Nicht-Games» bezeichneten Mobile-Games. Während Persson auf seiner Position beharrt und kritisiert, dass der Begriff «Free2Play» durch «In-Game-Käufe» ersetzt werden müsse, mischen sich immer mehr Nutzer in die Twitter-Diskussion ein.

An einem Punkt stellt Persson jedoch eindeutig klar, dass es ihm lediglich um den Nutzer in die Irre führenden Begriff «Free2Play» gehe. Er selber könne sich allerdings durchaus vorstellen, auch mal ein Spiel mit In-Game-Käufen zu entwickeln.

Der Disput zwischen dem «Minecraft»-Erfinder und dem «Duke Nukem»-Entwickler steigert sich indes immer weiter, vielleicht auch wegen der zusätzlichen Mitdiskutierenden, bis «Notch» schliesslich verkündet, Broussard nicht mehr auf Twitter zu folgen.

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