Unglaubliches Foto: Freeskier slidet auf Leuchtturm in den Alpen
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Unglaubliches FotoFreeskier slidet auf Leuchtturm in den Alpen

Nein, da ist nichts gephotoshoppt: Dieses Foto wurde genau so auf dem Oberalppass geschossen. Nun kommt es ganz gross raus.

von
Noah Knüsel
Das Bild in seiner ganzen Pracht.

Das Bild in seiner ganzen Pracht.

Christoph Jorda

Klirrende Kälte, Schneegestöber, meterhoher Schnee – und mittendrin ein roter Leuchtturm. Klingt unrealistisch? Ist es aber nicht. Der höchste Leuchtturm der Welt steht auf dem Oberalppass, der die Kantone Uri und Graubünden verbindet, auf 2046 Metern Höhe. Und hier hat der deutsche Fotograf Christoph Jorda das unglaubliche Bild geschossen, auf dem Freestyle-Skier Sebastian Scheck einem Geländer entlangrutscht.

Sehen Sie im Video, wie das Ikonenbild entstanden ist. (Video: Marco Schmidt)

Das Making of zum Ikonenbild

Nein, da ist nichts gephotoshoppt: Dieses Foto wurde genau so auf dem Oberalppass geschossen. Nun kommt es ganz gross raus.

Jetzt kommt das Foto gross raus: Das spanische Bilbao Mendi Film Festival, das vom 8. bis zum 17. Dezmeber 2017 stattfindet, hat es zu seinem offziiellen Poster gemacht. «Es wird in Bilbao während zweier Wochen auf Bussen, Flyern, Billboards, Postern und auf einem ganzes Haus in der Grösse von 10 mal 8 Metern zu sehen sein», schreibt die Stiftung «Leuchtturm Rheinquelle» in einer Mitteilung. Rund drei Millionen Menschen werden das Foto bestaunen können.

Stundenlange Arbeit im Schneesturm

Stiftungsrat Hanno Wyss erzählt, wie es zu dem Foto gekommen ist: «Christoph Jorda fotografiert seit einigen Jahren für das Salomon Freeski Team vor allem in Andermatt.» Wegen der zu riskanten Lawinensituation habe man sich letztes Jahr entschlossen, stattdessen auf dem Oberalppass mit dem Leuchtturm einige Bilder zu schiessen. Der Freeskier Sebastian Scheck sollte am fünf Meter hohen Geländer am Leuchtturm entlangrutschen.

«Fünf Helfer schaufelten stundenlang im Schneesturm, um einen Anlauf, eine Schanze und eine sichere Landung zu bauen», so Wyss weiter. Die Spur sei dabei immer wieder zugeschneit worden. «Christoph Jorda platzierte zusätzlich einen Blitzer im Turm. Es sollte so aussehen, als ob das Leuchtfeuer des Turmes den Skifahrer anleuchtet.» Aufgrund der schlechten Witterung habe der Fotograf nur eine Chance gehabt, einen einzigen Schuss. «Und wie man sieht: Alles hat gepasst, das Bild ist perfekt geworden», sagt der begeisterte Stiftungsrat.

Fotograf: «Habe das überhaupt nicht erwartet»

Dass sich das Foto im Wettbewerb durchgesetzt hat, ist kein Zufall: «Das Festival hat den Leitspruch ‹High Altitude Film Festival›», erklärt Wyss. Da habe dieser Widerspruch natürlich perfekt gepasst – ein Leuchtturm in den verschneiten Alpen.

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Dieses unglaubliche Foto hat Christoph Jorda im März 2016 geschossen.

Dieses unglaubliche Foto hat Christoph Jorda im März 2016 geschossen.

Christoph Jorda
Nun verwendet es das spanische Bilbao Mendi Film Festival für seine Plakate. Im Dezember 2017 wird das Foto während zwei Wochen überall in der Stadt zu sehen sein.

Nun verwendet es das spanische Bilbao Mendi Film Festival für seine Plakate. Im Dezember 2017 wird das Foto während zwei Wochen überall in der Stadt zu sehen sein.

zvg
Und so sieht das Poster aus.

Und so sieht das Poster aus.

Digitallu

Der Fotograf selber ist überglücklich: «Es ist wunderschön, ich habe das überhaupt nicht erwartet. Die anderen Bilder, die als Poster für das Filmfestival zur Auswahl standen, waren auch sehr schön», sagte Christoph Jorda anlässlich der Präsentation des Posters. Es sei eine Ehre, er könne es gar nicht glauben. Und: «Es bedeutet mir sehr viel.»

«Wichtig, dass die Leute darüber reden»

Rund drei Millionen Menschen sehen das Bild mit dem Leuchtturm am Oberalppass – erwartet die Stiftung nun einen Spendenregen? «Darum geht es uns gar nicht», so Wyss. «Viel wichtiger ist, dass die Leute darüber reden und der Leuchtturm als Bild-Ikone der Region bekannter wird.»

Darum steht ein Leuchtturm auf dem Oberalppass

Er war ursprünglich Teil einer Marketingkampagne der Gemeinde Sedrun: Den gleichen Leuchtturm, der früher in Rotterdam an der Mündung des Rheins stand, baute man auch an seiner Quelle in der Schweiz. Die Firma Steiner Sarnen, die das Projekt 2010 umgesetzt hat, schreibt dazu auf ihrer Website: «Der Effekt und die Symbolkraft des Leuchtturms am falschen Ort ist verblüffend.»

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