Herrlich in den Winkel: Frei auf dem Weg zur Torjägerkrone
Aktualisiert

Herrlich in den WinkelFrei auf dem Weg zur Torjägerkrone

Und er trifft und trifft. Alex Frei straft seine Nati-Kritiker Lügen. Beim 1:0-Sieg der Basler gegen Xamax erzielte der Naticaptain Saisontreffer Nummer 17.

von
Eva Tedesco
Alex Frei. Schiesst er Basel zum Titel?

Alex Frei. Schiesst er Basel zum Titel?

«Das Selbstbewusstsein, welches ich beim FCB habe, fehlt mir in der Nationalmannschaft», sagte Frei nach seiner verpassten Chance im EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien. «Beim FCB mache ich solche Dinger rein.» Und das bewies er schon in Spiel 1 nach dem bitteren 0:0 in Sofia. In der 39. Minute zirkelt Frei einen Freistoss aus halblinker Position ins rechte obere Eck. Sehenswert! Es war sein fünfter Treffer in den letzten vier Spielen – unterbrochen lediglich durch eine Gelbsperre in Bellinzona.

«Er hat seine individuelle Klasse gezeigt», windete FCB-Trainer Thorsten Fink seinem Top-Torjäger nach dem Spiel ein Kränzchen. Was soll ein Trainer auch anders sagen, bei solch einer Traum-Bilanz: Allein in der Liga hat das Duo Streller/Frei seit der Rückkehr von Frei aus Dortmund im Juli 2009 89 Tore geschossen. In der laufenden Saison brachte es Frei auf 17 Tore. Streller ist auch schon auf 9. Sehenswert auch die Anzahl der Torvorlagen. Frei und Streller haben bislang je 9 Assists auf ihrem Konto gutgeschrieben. Kein Wunder sagt auch Teamkollege Daniel Unal über die Offensivleute: «Wir haben ja Streller und Frei, die es Gott sei Dank immer für uns richten...»

... Und Mitspieler, die es für die Stürmer richten. Denn im Gegensatz zur defensiven Spielweise in der Nationalmannschaft werden die beiden Spitzen im offensiven System von Trainer Fink mit Bällen gefüttert. Frei kam gegen Xamax auf 42 Ballkontakte, schoss vier Mal gefährlich aufs Tor und traf mit seinem zweiten Freistoss zum 1:0. Streller hatte 34 Ballkontakte, schoss zwar nur zweimal direkt auf das Tor, legte aber dreimal herrlich für einen Mitspieler vor. Fink: «Ich will nichts mehr zu dem Thema Nationalmannschaft sagen: Ich bin hier mit Streller und Frei zufrieden und auch bei den Fans sind sie sehr beliebt.»

Eigentlich hätte auch Frei mit dem Abend zufrieden sein können. Der Baselbieter stürmte aber laut fluchend in die Kabine, um wenige Minuten später nur mit einem Handtuch um die Hüften bekleidet in der Schiedsrichter-Kabine vorstellig zu werden. Was war passiert? «Er hat eine Schramme quer über die Hüfte bis zum Oberschenkel – wahrscheinlich von Stollen», sagte Fink. Das von Ref Klossner nicht geahndete Foul von Paito hatte Frei sauer gemacht. «Ich brauche Spieler mit Temperament», nahm Fink den Routinier in Schutz, «Temperament kann ich herausnehmen, einimpfen kannst du hingegen nicht.» Und an Temperament mangelt es beim Naticaptain wahrlich nicht.

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