0:0 gegen den Europameister - Frei und Aebischer bärenstark – Yakins Aufstellungs-Poker geht voll auf
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0:0 gegen den EuropameisterFrei und Aebischer bärenstark – Yakins Aufstellungs-Poker geht voll auf

Beim 0:0 gegen Italien greift Nati-Trainer Murat Yakin in die Trickkiste und überrascht mit seiner Aufstellung. Mit Erfolg – Fabian Frei und Michel Aebischer trumpfen gegen den Europmeister voll auf.

von
Tobias Wedermann

Yann Sommer hält den Penalty von Jorginho und wird zum Matchwinner.

SRF

Darum gehts

  • Beim 0:0 gegen Italien überraschte Murat Yakin mit seiner Aufstellung.

  • Im Mittelfeld setzte der Nati-Coach mit Fabian Frei und Michel Aebischer auf zwei Super-League-Profis.

  • Nach dem Spiel gab es auch Lob von Italien-Trainer Roberto Mancini.

31’000 Fans im ausverkauften Joggeli und der Europameister Italien vor der Brust – vor dem Anpfiff roch es in Basel nach Fussballfest. Und es wurde eins. Schon bei der Hymne war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, Schweizer Fans und Spieler sangen so laut wie schon lange nicht mehr.

Murat Yakin sorgte bereits vor dem Spiel für eine dicke Überraschung. Nicht nur Michel Aebischer von YB, sondern auch FCB-Mittelfeldspieler Fabian Frei standen in der Startelf. Frei wurde erst am Donnerstag nachnominiert. Doch der neue Nati-Trainer Murat Yakin wurde von den beiden Spielern für den mutigen Schachzug belohnt – Aebischer und Frei machten im Mittelfeld ein herausragendes Spiel.

Frei macht den Xhaka

Statt über die Ausfälle von Xhaka, Shaqiri oder Embolo zu jammern, fand Yakin Lösungen. Frei als Boss und Dirigent vor der Abwehr und Michel Aebischer rackerten jeden möglichen Ball und Mitspieler weg. Die Innenverteidigung um Manuel Akanji und Nico Elvedi war zudem ein Schweizer Bollwerk in der Verteidigung und lieferte sich harte Kämpfe mit den italienischen Superstars Insigne, Immobile oder Chiesa.

Nach dem Spiel gab es Lob von Italien-Trainer Roberto Mancini an die Stelle von Fabian Frei. «Er ist ein erfahrener Spieler, der einer Mannschaft auch guttut.» Er sei allerdings nicht ganz überrascht gewesen von der Schweizer Aufstellung. «Wir haben uns schon gedacht, dass Frei oder Aebischer spielen wird.» Daneben habe man aber eher mit Denis Zakaria gerechnet.

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Fabian Frei zeigt auf der Xhaka-Position ein ganz starkes Spiel.

Fabian Frei zeigt auf der Xhaka-Position ein ganz starkes Spiel.

REUTERS
Michel Aebischer räumte im Zentrum alles ab, zeigte sich sehr lauffreudig.

Michel Aebischer räumte im Zentrum alles ab, zeigte sich sehr lauffreudig.

AFP
Der Aufstellungs-Poker von Murat Yakin ging voll auf.

Der Aufstellungs-Poker von Murat Yakin ging voll auf.

REUTERS

Frei: «War nicht immer einfach für mich in der Nati»

«Ich war nicht von Anfang an überzeugt, dass es heute so gut laufen wird. Doch ich wurde von der Mannschaft gut aufgenommen», sagte Frei selbst im SRF-Interview nach dem Spiel. «In der Vergangenheit war es für mich nicht immer einfach mit der Nationalmannschaft, heute wurde ich für vieles entschädigt.» Trainer Murat Yakin erklärte nach dem Spiel seine Aufstellung wie folgt: «Es kam nur einer in Frage, der mit seiner Erfahrung und Stabilität reinbringt im Mittelfeld nach diesen Ausfällen. Fabian hat ein gutes Spiel gezeigt – so wie ich es von ihm kenne.» Auch für Mittelfeldkollege Michel Aebischer gab es Lob vom Trainer. «Eine starke Leistung, taktisch clever und am Schluss hatte er noch Luft, um in der Offensive mitzuwirken.»

«Wir wussten, dass wir gut verteidigen müssen und dies haben wir so umgesetzt», sagt derweil Startelf-Debütant Aebischer. «Offensiv haben wir die letzte Lösung nicht gefunden, dennoch war es ein gelungener Abend.»

Auch Yann Sommer überragend

Und dann war da noch Yann Sommer, der kein bisschen seiner ausgezeichneten EM-Form eingebüsst hat. Er zeigte Parade nach Parade, blieb völlig cool, als Berardi komplett alleine auf ihn zugelaufen ist und hielt auch noch einen Penalty von Europas Fussballer des Jahres, Jorginho. Sommer liess die Italiener verzweifeln.

Einzig gegen Vorne wusste die Schweizer Nati nicht zu überzeugen. Die Genauigkeit im letzten Pass fehlte stets, um wirklich gefährlich vors italienische Tor zu kommen. Und ganz heikel wurde es bei eigenen Eckbällen, wo fast jede Flanke in einer gefährlichen Kontermöglichkeit resultierte.

Doch schlussendlich blieb es beim verdienten 0:0-Unentschieden, dank Yann Sommer, einer leidenschaftlichen Teamleistung und eines Nati-Trainers, der alles richtig gemacht hat. Dieses Team hat am Sonntagabend die Begeisterung für die Nati nach der EM wieder aufleben lassen – und macht Vorfreude auf das Spiel gegen Nordirland am Mittwoch.

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