Artensterben: Freiberger sollen ungarische Pferderasse retten
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ArtensterbenFreiberger sollen ungarische Pferderasse retten

Freibergerpferde sollen bei ihren ungarischen Artverwandten, den Murinsulanerpferden, für Blutauffrischung sorgen. Die ungarischen Behörden wollen so eine der letzten leichten Zugpferderassen Osteuropas vor dem Aussterben bewahren.

Wie das Schweizerische Nationalgestüt (SNG) in Avenches VD am Freitag mitteilte, sollen in nächster Zeit Samen eines Freibergerhengstes nach Ungarn geliefert werden, um damit Murinsulanerstuten zu befruchten.

Die Ungaren sind überzeugt, dank der Kreuzung die Murinsulaner retten zu können. Dies insbesondere, weil die Freiberger grosse Ähnlichkeit mit den Murinsulanern haben. Wie die Freiberger aus der Schweiz sind Murinsulaner stämmige, kompakte Rösser mit breiter und tiefer Brust, die bevorzugt in der Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz kommen.

Die Ungaren wollen die Zucht im Nationalpark Orség betreiben. Dabei dürfen sie auf weitere Unterstützung aus der Schweiz zählen. Das SNG wird die Ungaren bei der Hengstauswahl, der Festlegung eines Zuchtziels und beim Aufbau der nötigen Infrastruktur beraten.

Die Wiege der Murinsulaner liegt in Kroatien, in der Region Medimurje. Die Art geht auf das 19. Jahrhundert zurück und entstand aus einheimischen Noriker-, Percheron-, Ardenner- und Brabanter- Stuten. Der heutige Bestand beträgt noch 45 bis 55 Tiere, wovon 3 Zuchthengste. Die Rasse nimmt am internationalen Programm für die Erhaltung bedrohter Tierarten teil.

(sda)

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