Weihnachtsferien: Freie Betten trotz Schnee
Aktualisiert

WeihnachtsferienFreie Betten trotz Schnee

Schnee vor Weihnachten. Der beste Stoff für Touristikerträume. Doch die Umfrage von 20 Minuten Online zeigt: In den Wintersportorten bleiben heuer Betten leer.

von
Markus Kick

Der Start in die Wintersaison hätte für den Tourismus nicht besser sein können. Selbst in Zürich und anderen grossen Schweizer Städten können die Kinder derzeit Schneemänner bauen. «Die Winterstimmung steigert die Buchungszahlen für Weihnachten und Neujahr», frohlockt Urs Zenhäusern, Direktor von Wallis Tourismus, «die Leute werden auf Ferien im Schnee.»

Im Wallis läuft das Geschäft sehr gut. «Zwischen Weihnachten und Neujahr sind wir ausgebucht», so Zenhäusern. Auch in St. Moritz und dem Oberengadin ist der Buchungsstand laut Sara Roloff, Mediensprecherin Tourismusorganisation Engadin St. Moritz, «sehr gut».

Freie Plätze noch überall erhältlich

Dennoch liegt ein Schatten über diesem Winter. Ein rückläufiges Weihnachtsgeschäft bahnt sich in Gstaad und Umgebung an. Roger Seifritz, Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus, macht dafür die diesjährige Lage der Festtage (sowohl Weihnachten als Silvester sind am Wochenende) verantwortlich.

Auch in Davos und Klosters herrscht nicht nur eitel Freude. «Ferienwohnungen sind vorab in der Woche nach Neujahr sehr gut gebucht», sagt Kommunikationsleiter Markus Unterfinger, «in der Woche zuvor gibt es hingegen noch freie Objekte.» In den Hotels hätten die Gäste ausserdem generell weniger und immer kurzfristiger gebucht als im Vorjahr. Laut Unterfinger bieten derzeit noch 10 der 80 Hotels eine Ferienwoche zwischen Weihnachten und Neujahr an.

Euro macht das Leben schwer

Neben der Feiertagskonstellation macht der Branche nämlich zunehmend der schwache Euro zu schaffen. «Ausländische Gäste müssen währungsbedingt bis 20 Prozent mehr für Schweizer Ferien bezahlen», so Unterfinger. Das sieht man auch bei Schweiz Tourismus so. Wir rechnen über ganzen Winter mit rund vier bis fünf Prozent weniger Gästen», sagt Mediensprecherin Daniela Bär. Ohne die Mithilfe des Wetters durch den frühen Winterschnee, würde der Rückgang noch gravierender ausfallen.

Alternative: Ab an die Wärme

Wer Kälte nicht liebt, feiert Silvester am Strand. Hotelplan registriert zweistellige Wachsraten. «Die Leute buchen wieder Ferien», vermeldet Mediensprecherin Prisca Huguenin. Beliebteste aktuelle Reisedestinationen für winterliche Badeferien sind Ägypten, Tunesien, Thailand und Australien. Jedoch: Wers doch nicht arktisch kalt lassen kann, dem legt Huguenin das sehr beliebte Winterangebot «Finnisch Lappland» mit eigenem direkten Charterflug ans Herz.

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