Architektur-Fail? - Freier Blick vom Trottoir in die Toilette
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Architektur-Fail? Freier Blick vom Trottoir in die Toilette

Was haben sich denn die Architekten und Architektinnen hier gedacht? Fragen sich Nutzer und Nutzerinnen auf Facebook. Bei einem Mehrfamilienhaus in Rorschacherberg SG hat man von der Strasse direkten Blick auf die Toilettensituation der Wohnungen.

von
Shila Ochsner
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Von der Strasse hat man einen direkten Blick ins Badezimmer der Wohnungen. 

Von der Strasse hat man einen direkten Blick ins Badezimmer der Wohnungen.

Ramon Giger 
Das neue Haus hat sechs neue Wohnungen. 

Das neue Haus hat sechs neue Wohnungen.

20 Minuten
Die letzten Umgebungsarbeiten stehen noch an, doch ansonsten ist das Haus einzugsbereit. 

Die letzten Umgebungsarbeiten stehen noch an, doch ansonsten ist das Haus einzugsbereit.

Bruno Konrad/Kimoag

Darum gehts

  • Bei dem neuen Mehrfamilienhaus ist der Einblick ins Badezimmer sehr offenherzig.

  • Facebook-Nutzende fragen sich, was sich der Architekt oder die Architektin dabei gedacht hat.

  • Ab dem 1. Juli ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein.

  • Das schiffähnliche Gebäude sticht mit seinem einzigartigen Design heraus.

Wie gewohnt ganz ungestört aufs WC, stellt sich bei diesen Wohnungen als schwierig dar. Vom Trottoir sieht man direkt auf das WC. Auf Facebook fragt sich Ramon Giger, was sich der Architekt gedacht hat, als er das Badezimmer so geplant hat, dass von der Strasse genau beobachtet werden kann, wer darin auf dem Topf sitzt und was darin geschieht. «Muss man die Rollläden immer runterlassen, um aufs Klo zu gehen?», wundert Giger sich. Weitere Nutzer und Nutzerinnen sind der gleichen Meinung, «da würde ich nicht wohnen wollen, das wäre mir unangenehm», und andere witzeln «wenigstens hat man so eine gute Aussicht und bei Zuschauern wäscht man sich auch eher die Hände.» oder «bei den billig gebauten und teuer verkauften Neubauten ist die Klebe-Folie für das Fenster oder eben der Vorhang nicht inbegriffen.» Auch die Form des Hauses mit seinen runden Forman statt Hausecken wirkt speziell. «Da kann man gar keine Möbel in die Ecken stellen», heisst es aus der Community.

So sieht das Gebäude einheitlich aus

Bruno Konrad, Geschäftsführer Kimo AG , welches das Projekt als Totalunternehmung ausgeführt hat, klärt auf: «Für ein einheitliches Bild der Architektur wurden alle Fenster gleich gemacht. So auch das im Badezimmer. Es hat Rollläden, die herunter gelassen werden können und auf Wunsch der Bewohner und Absprache mit dem Vermieter können verdunkelnde oder matte Folien am Fenster aufgezogen werden.»

Soll an Schiff erinnern

Im März letzten Jahres starteten die Bauarbeiten für das Projekt mit dem Namen H45 in Rorschacherberg SG. Ein altes Dreifamilienhaus wurde abgerissen, um Platz für ein neues modernes Mehrfamilienhaus mit sechs Parteien zu machen. Rund ein Jahr dauerte es, bis sogar früher als gedacht das Gerüst abgebaut werden konnte und sich die Bauleute und Gartenbauer um die abschliessenden Umgebungsarbeiten kümmern konnten. Das Design des Hauses sticht heraus, denn mit den runden Formen soll es an ein Schiff erinnern. Alle Wohnungen sind bereits lange vergeben, obwohl die Lage zwischen zwei Strassen eher als ungünstig gilt und trotz der freien Sicht ins Badezimmer. «Bereits diesen Freitag finden die ersten Übergaben statt», sagt Konrad. Die letzten Feinschliffe werden noch gemacht, der Garten wird in den nächsten Wochen fertiggestellt.

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