Aktualisiert 05.04.2007 21:44

Freigelassener Brite spricht von militärischer Aufklärung

Die aus dem Iran nach Grossbritannien zurückgekehrten 15 britischen Marinesoldaten sollen einem Medienbericht zufolge auch mit militärischer Aufklärung beauftragt gewesen sein.

Die 15 britischen Marinesoldaten sind nach fast zwei Wochen Gefangenschaft im Iran in ihre Heimat zurückgekehrt. Premierminister Tony Blair forderte nach ihrer Ankunft weiteren internationalen Druck auf Teheran.

Blair betonte zugleich, dass die Freilassung «ohne irgendeine Abmachung, ohne irgendwelche Verhandlungen, ohne eine wie auch immer geartete Vereinbarung am Rande» zu Stande gekommen sei.

London habe einen bilateralen Dialog mit Teheran geführt und zugleich die internationale Gemeinschaft mobilisiert, die Druck auf den Iran ausgeübt habe.

Iran: «Entschuldigung erhalten»

Nach iranischer Darstellung hingegen entschuldigte sich Grossbritannien für eine Grenzverletzung der Soldaten.

«Der Iran machte ein Eingeständnis Grossbritanniens zur Bedingung, dass es eine Grenzverletzung gab», sagte der aussenpolitische Berater von Religionsführer Ayatollah Chamenei, Ali Akbar Welajati, am Donnerstag. «Am Dienstag haben wir ein Entschuldigungsschreiben erhalten.»

Befragung zur Gefangenschaft

Die 15 Marinesoldaten zeigten sich nach ihrer Landung auf dem Londoner Airport Heathrow mit einer Maschine der British Airways nur kurz vor den Fernsehkameras, ohne etwas zu sagen. Sie bestiegen dann Helikopter, mit denen sie zum Marinestützpunkt Chivenor an der Südwestküste Englands geflogen wurden.

Dort wurden sie von ihren Familien empfangen. Anschliessend sollten die Soldaten medizinisch untersucht und zu ihrer Gefangenschaft in Teheran befragt werden.

«Militärische Aufklärung»

Die Marinesoldaten sollen einem Medienbericht zufolge auch mit militärischer Aufklärung beauftragt gewesen sein. Sie hätten unter anderem Informationen über «iranische Aktivitäten» gesammelt, sagte Hauptmann Chris Air dem TV-Sender Sky News.

Das Interview war wenige Tage vor der Festnahme der Seeleute aufgenommen worden. Es wurde aber erst am Donnerstag ausgestrahlt, um nach Angaben des Senders die Sicherheit der Gefangenen nicht zu gefährden.

(sda)

Irak: Vier Tote Briten

Die Rückkehr der 15 Briten wurde durch einen Bombenanschlag auf britische Truppen im Irak überschattet, bei dem 4 Soldaten starben. «Während wir froh sind über ihre Rückkehr, trauern wir zugleich um jene, die bei einem terroristischen Anschlag in Basra getötet wurden», sagte Blair in London. Indirekt machte er «Elemente im iranischen Regime» für den Bombenanschlag in der südirakischen Hafenstadt mitverantwortlich, dem die vier Briten zum Opfer fielen.

(SDA)

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