Aktualisiert 06.09.2007 16:30

Freisinnig-Demokratische Partei (FDP)

Mit der Gründung des modernen Bundesstaates von 1848 konnte sich die liberale Bewegung in der Schweiz durchsetzen.

Nach mehreren erfolglosen Anläufen kam es erst 1894 mit der Gründung der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) zu einer dauerhaften, gemeinsamen Partei auf nationaler Ebene. Entsprechend ihrer Geschichte versteht sich die FDP auch heute noch als die staatstragende Partei und als Hüterin des liberalen Bundesstaates, auch wenn sie heute längst nicht mehr über die Wählerstärke wie im ausgehenden 19. Jahrhundert verfügt: bis zur Einführung des Proporzwahlrechtes 1919 besass die FDP die absolute Mehrheit im Parlament. Seither haben sich ihr Stimm- und Sitzanteil laufend verringert. Auch in den letzten dreissig Jahren gelang es der FDP lediglich Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre kurzzeitig nochmals in grösserem Umfang Wählerstimmen zu gewinnen.

Heute steht die FDP nach eigenen Angaben für ein liberales Menschen- und Gesellschaftsbild ein. Im wirtschaftlichen Bereich möchte sie so wenig staatliche Eingriffe und Vorschriften wie nötig und so viel Markt und Wettbewerb wie möglich. Sie befürwortet niedrigere Steuern und ist gegen einen weiteren Ausbau des Sozialstaates, möchte jedoch ein gut ausgebautes Bildungssystem und eine leistungsfähige Infrastruktur erhalten.

Seit den 1990er Jahren ist die FDP zunehmend von zwei Seiten unter Druck geraten. Von rechts-konservativer Seite gräbt ihr die SVP Stimmen ab und am links-liberalen Rand verliert die FDP Wähler - wenn auch in geringerem Ausmass - an die SP. Entsprechend versucht sich die FDP auch als weder links noch rechts, sondern als liberal zu positionieren. Sie sieht sich dabei jedoch mit dem alten, auf die Ursprünge der Partei zurückreichenden Problem konfrontiert, dass es angesichts der Vielzahl an Meinungen innerhalb der Partei nicht einfach zu definieren ist, was denn nun "liberal" in konkreten Sachfragen bedeutet.

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