Freispruch für Berner Kindergärtner
Aktualisiert

Freispruch für Berner Kindergärtner

Im Fall eines des Kindsmissbrauchs angeklagten ehemaligen Kindergärtners aus der Region Bern ist es am Freitag zu einer überraschenden Wende gekommen.

Das Bernische Obergericht sprach den 41-jährigen auf der ganzen Linie frei. Das Obergericht bestätigte seine bereits im März geäusserte Haltung, wonach es die Videobefragung eines als Hauptbelastungszeugin geltenden Mädchens und die handschriftlichen Notizen seiner Mutter als nicht verwertbar erachtet.

Dem Angeklagten war bei der Befragung von Mutter und Tochter das rechtliche Gehör verweigert worden, weil ihm bzw. seinem Anwalt keine Gelegenheit gegeben wurde, Fragen zu stellen.

Nachdem die Eltern eine im März angeordnete zweite Befragung des Kindes nicht zuliessen, erachtete das Obergericht am Freitag die übrigen Beweismittel als für eine Verurteilung ungenügend. Als zuwenig stichhaltig erachtete es auch die Beweise im Fall eines zweiten angeblich missbrauchten Mädchens.

Im September 2004 hatte das Kreisgericht Bern-Laupen den Kindergärtner zu 12 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Es sah es als erwiesen an, dass der Kindergärtner an den beiden Mädchen mehrmals sexuelle Handlungen vorgenommen hatte. In zwei anderen Fällen war auch das Kreisgericht zu einem Freispruch gelangt.

(sda)

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