Dübendorf ZH: Freispruch für Ehemann
Aktualisiert

Dübendorf ZHFreispruch für Ehemann

Laut Anklage hat ein gekränkter Dübendorfer Ehemann seine Frau nach der Trennung nicht nur in ihrer Wohnung belagert, sondern auch mit dem Tode bedroht. Aufgrund von widersprüchlichen Zeugenaussagen nicht zu beweisen, lautete nun das rechtskräftige Urteil.

von
Attila Szenogrady

In der Schweiz wird heute durchschnittlich jede zweite Ehe geschieden. Doch nur wenige Trennungen enden vor dem Strafrichter. Eine Ausnahme brachte ein Fall aus Dübendorf. Dort führte ein Ehekrach zu einer längeren Strafuntersuchung, die am letzten Dienstag auch das Zürcher Obergericht beschäftigen sollte.

Immer wieder Streit

Fest steht, dass im Sommer 2008 die langjährige Ehe eines heute 54-jährige Bundesangestellten zerbrach. Er verliess die Dübendorfer Wohnung zunächst freiwillig und zog nach Winterthur. Allerdings sollte sich die Trennung von seiner um zwei Jahre älteren Ehefrau alles andere als einfach entpuppen. Im August 2008 eskalierte die Situation. Die Eheleute gerieten wiederholt verbal aneinander. Besonders wenn der Mann jeweils zu seinem alten Wohnort zurückkehrte, um vergessene Gegenstände abzuholen. Die Frau hatte nicht nur das Schloss der Wohnungstüre ausgewechselt, sondern lebte auch mit einer neuen Freundin zusammen.

Laut Anklage: Gegen Türe gepoltert und mit Tode gedroht

Am 13. August wollte der Beschuldigte am Abend bei seiner Frau seinen AHV-Ausweis abholen. Die Geschädigte hatte zuvor zwei Freundinne zu einem Besuch empfangen und weigerte sich, die Türe zu öffnen. Laut Staatsanwaltschaft See/Oberland verlor der Mann die Nerven und polterte bis zu 15 Minuten gegen die geschlossene Eingangstüre. Dabei sprach er - alles gemäss Anklage - auch Todesdrohungen aus und wollte die Türe einbrechen. Allerdings vergebens, da sich die drei Frauen mit ihrem Körpergewicht gegen das Holz stemmten und damit ein Ausbrechen der Türe aus dem Rahmen verhinderten. Dann zog sich der unerwünschte Besucher zurück.

Mehrere Tage nach dem Vorfall zeigte ihn die Frau bei der Polizei an.

Freispruch aus Uster nun rechtskräftig

Im letzten März musste sich der Bundesangestellte wegen mehrfacher Drohung vor dem Bezirksgericht Uster verantworten. Ihm drohten eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 50 Franken sowie eine Busse von 800 Franken. Allerdings wurde der nicht geständige Beschuldigte klar freigesprochen. Aus einem einfachen Grund: Die geschädigte Ehefrau und die beiden Tatzeuginnen hatten sich in der Untersuchung in massive Widersprüche zu den Ereignissen verwickelt. Es war nicht einmal klar, ob die Geschädigte und ihre Begleiterinnen an jenem Abend Wein oder Kaffee getrunken hatten.

Die Ehefrau legte Berufung ein und erhoffte sich am letzten Dienstag eine Wende vor Obergericht. Doch daraus wurde nichts. Fest steht, dass die Dame ihre Anträge kurz vor der Verhandlung zurückzog und damit den Freispruch akzeptierte. Damit erhielt der entlastete Beschuldigte eine Prozessentschädigung von 2000 Franken. Zudem eine Umtriebsentschädigung von 100 Franken.

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