Qualvoller Tod unter der Wärmelampe: Freispruch für «Schweisstest-Ärzte»
Aktualisiert

Qualvoller Tod unter der WärmelampeFreispruch für «Schweisstest-Ärzte»

Das Basler Strafgericht hat zwei Ärzte des Universitäts Kinderspitals beider Basel (UKBB) vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

Sie können demnach nicht für den Tod eines Säuglings nach einem Schweisstest im Jahre 2004 verantwortlich gemacht werden. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag bedingte Geldstrafen für die beiden Ärzte gefordert. Sie warf dem Stationsarzt und dem ärztlichen Leiter eine Reihe von pflichtwidrigen Unvorsichtigkeiten vor. Der Knabe war im Juli 2004 bei dem Schweisstest in einer Art Skianzug unter der Wärmelampe ums Leben gekommen

Auf 43,5 Grad erhitzt

Am 5. Juli suchte die Mutter das UKBB erneut auf, da ihr Kind unter 39 Grad Fieber litt. Es wurde von einer Assistenzärztin untersucht. Ihre Vorgesetzten, die nun vor Gericht standen, entschieden, beim Kind einen Schweisstest durchzuführen. Der Knabe wurde in einer Art Skianzug unter die Wärmelampe gelegt. Er schrie die ganze Zeit, schwitzte aber nicht. Zwei Stunden später, nach der Installation einer zweiten Wärmelampe, begann das Kleinkind plötzlich schneller zu atmen, und die Mutter alarmierte das Personal. Die Körpertemperatur des Knaben war auf 43,5 Grad angestiegen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmassnahmen starb das Kind kurze Zeit später.

Den beiden Ärzten, die sich vor dem Basler Strafgericht verantworten mussten, wurde unter anderem vorgeworfen, sie hätten, statt die Untersuchungen an dem Knaben selbst vorzunehmen, unerfahrene Untergebene damit betraut. Die beiden Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Das Spital hatte den Vorfall öffentlich bedauert. (dapd)

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