Winterthur: Freispruch für Taxihalter bestätigt
Aktualisiert

WinterthurFreispruch für Taxihalter bestätigt

Laut Anklage hat ein Winterthurer Taxifahrer einen anderen Automobilisten bei einem leichten Auffahrunfall verletzt. Nicht zu beweisen, befanden nun auch die Oberrichter.

von
Attila Szenogrady

Der höchst umstrittene Vorfall ereignete sich am 15. Mai 2007 auf dem Zürcher Albisriederplatz. Damals befand sich der heute 76-jährige Taxihalter am Vormittag auf einer Dienstfahrt. Fest steht, dass der ehemals bekannte Winterthurer Ex-Wirt um 11 Uhr einen vor einem Fussgängerstreifen wartenden Personenwagen zu spät bemerkte und in diesen von hinten hinein fuhr.

Sanfte Kollision oder Torpedo?

Ebenso sicher ist, dass der 56-jährige Geschädigte sogleich aus seinem Wagen ausstieg und dem Taxihalter massive Vorwürfe machte. Da auch bald die Polizei auftauchte, zog der Unfall eine Strafuntersuchung nach sich. Allerdings entpuppten sich die Ermittlungen als langwierig. Vor allem, da die Aussagen über die Kollision weit auseinander gingen und das Unfallopfer ein Schleudertrauma geltend machte. Während der Winterthurer von einer sanften Kollision ohne Schadensfolgen sprach, verglich der Geschädigte das Taxi mit einem Torpedo sowie den Unfall mit einem Aufprall in eine Wand mit rund 40 Stundenkilometern.

Freispruch bestätigt

Schon das Bezirksgericht Zürich gab im Dezember 2008 dem eingeklagten Winterthurer Taxihalter Recht und sprach ihn vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung umfassend frei.

Der Geschädigte ging in die Berufung und forderte im letzten Dezember vor dem Zürcher Obergericht einen Schuldspruch. Erneut vergeblich. So haben die Oberrichter den Freispruch umfassend bestätigt und die Berufungskosten von 2 800 Franken dem unterlegenen Geschädigten auferlegt. Zudem wurde der Kläger verpflichtet, dem Angeklagten eine Prozessentschädigung von 1 200 Franken sowie weitere 300 Franken für Umtriebe zu entrichten.

Kein Schaden erkennbar

Mit diesem Entscheid folgte das Obergericht den Argumenten der ersten Instanz. Diese hatte sich unter anderem auf den Unfallrapport der Polizei abgestützt. Dieser hatte die Aussagen des Angeklagten bekräftigt, dass ein Schaden an den Fahrzeugen nicht erkennbar gewesen sei. Aus diesen Gründen stufte auch das Obergericht die Darstellungen des Winterthurers als erheblich glaubhafter ein. Ein direkter Zusammenhang zwischen der leichten Kollision und dem Schleudertrauma des Geschädigten sei deshalb nicht nachzuweisen, lautete die zentrale Begründung für den Freispruch.

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