Zürich: Freispruch für Wasserballer
Aktualisiert

ZürichFreispruch für Wasserballer

Laut Anklage hat ein Basler Wasserballer in Leimbach einem Zuger Gegner unter dem Wasser das Nasenbein gebrochen. Keine Körperverletzung, befand nun das Bezirksgericht Zürich.

von
Attila Szenogrady

Wasserball ist eine der härteren Sportarten. Deswegen liegt bei Körperverletzungen die Messlatte für eine strafrechtliche Verfolgung recht hoch. Dies musste nun auch ein heute 21-jähriger Wasserballer des Schwimmclubs Zug erfahren. Nur ungern erinnert er sich an den 12. November 2006 zurück. Damals fand im Wassersport-Center in Leimbach das Meisterschaftsspiel «Schwimmverein beider Basel» gegen den «Schwimmclub Zug» statt. Laut Staatsanwaltschaft war es in der 21. Minute, als ein Basler Crack abseits des Spielgeschehens zuschlug.

Unter Wasser Nasenbein gebrochen

Er drückte den Kopf seines Gegners unter Wasser und rammte diesem absichtlich sein Knie ins Gesicht. Worauf der Geschädigte mit einem gebrochenen Nasenbein wieder auftauchte und das Wasser verliess.

Bereits vier Tage später erhob der Zuger Wasserballer Strafanzeige bei der Polizei. Zunächst mit Erfolg. So klagte die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl den Basler Spieler wegen Körperverletzung ein. Mit der Folge, dass sich der heute 20-jährige Angeschuldigte im letzten Herbst vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten musste. Bei einem Schuldspruch drohten ihm eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 90 Franken sowie 500 Franken Busse. Zudem zivilrechtliche Folgen. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld und erklärte, dass er seinen Gegner ohne Absicht während eines regulären Zweikampfes verletzt habe.

Kampf um den Ball: Freispruch

In seinem am Dienstag eröffneten Urteil hat das Gericht den beschuldigten Wasserballer von Schuld und Strafe freigesprochen. Aus dem schriftlich begründeten Urteil geht hervor, dass keine entscheidenden Belastungszeugen den Vorfall gesehen hatten. Selbst die zuständigen Schiedsrichter hatten offenbar nichts bemerkt. Das Gericht folgte der Version des Angeklagten, wonach er mit dem Geschädigten beim Kampf um den Ball zusammengestossen sei. Damit wäre der Aufprall – entgegen der Anklage – nicht ausserhalb des Spielgeschehens erfolgt, schrieb der zuständige Richter. Somit habe der Beschuldigte seinem Gegner die Verletzung im spielbedingten Zweikampf unabsichtlich zugefügt. Womit sich ein sportartspezifisches Grundrisiko beim Wasserballspiel verwirklicht habe. Was eine strafrechtliche Ahndung ausschliesse, steht im Entscheid.

Mit diesem Freispruch geht der Zuger mit seinen Schadenersatzforderungen in unbekannter Höhe leer aus.

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