Keine Vergewaltigung: Freispruch im Darkroom-Prozess
Aktualisiert

Keine VergewaltigungFreispruch im Darkroom-Prozess

Laut Anklage hat ein Rumäne eine gerade einmal 16-jährige Schülerin in der Darkroom-Kabine eines Zürcher In-Clubs vergewaltigt. Nicht zu beweisen, befand nun das Gericht.

von
Attila Szenogrady

Schlappe für die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat. Sie wollte einen heute 23-jährigen Rumänen für viereinhalb Jahre hinter Gitter bringen. Der happige Vorwurf gegen den jungen Osteuropäer: Er soll in der Nacht auf den 16. November 2008 in einem Zürcher In-Club eine gerade einmal 16-jährige Schülerin in eine Darkroom-Kabine gelockt und diese dort ohne Kondom gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Im Zweifel für den Angeklagten

Am kürzlich erfolgten Strafprozess am Bezirksgericht Zürich stritt der seit Dezember 2008 inhaftierte Angeklagte den Geschlechtsverkehr nicht ab, stellte aber jegliche Gewaltanwendung in Abrede. Ebenso sein Verteidiger, der diverse Zweifel streute und damit die Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers zu erschüttern versuchte. Der Anwalt verwies auch auf das Umfeld des Clubs, wo schneller Sex an der Tagesordnung sei. Die Geschädigte sei zudem vom Angeklagten weder behindert noch bedroht worden.

Nun ist das Gericht der Auffassung der Verteidigung gefolgt. Es hat den Angeschuldigten von den Vorwürfen der Vergewaltigung, der Freiheitsberaubung sowie der Nötigung nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten umfassend freigesprochen. Wegen Diebstahls und kleineren Betäubungsmitteldelikten blieben lediglich eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 300 Franken Busse hängen.

Infolge der Freisprüche traten die Richter auf die Zivilforderungen der Geschädigten nicht ein. Eine schriftliche Begründung für den Freispruch liegt noch nicht vor.

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