Freispruch im Prozess um versuchte vorsätzliche Tötung

Aktualisiert

Freispruch im Prozess um versuchte vorsätzliche Tötung

Das Basler Strafgericht hat einen 42-jährigen Schweizer vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung und der schweren Körperverletzung freigesprochen.

Dem Mann war vorgeworfen worden, mit einem Messer auf seine Frau eingestochen zu haben.

Die Staatsanwältin kündigte am Mittwoch unmittelbar nach der Urteilseröffnung Appellation an. Sie verlangte zudem, dass der in erster Instanz Freigesprochene in Haft bleiben muss. Darüber muss in den nächsten Tagen das Basler Appellationsgericht entscheiden.

Die Anklage warf dem Mann vor, am frühen Morgen des 29. Januar 2007 in der Nähe des Restaurants El Platanero im Kleinbasel auf seine getrennt von ihm lebende Ehefrau eingestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Angeklagte bestritt die Tat und belastete seine Freundin. Diese stammt wie die Gattin aus der Dominikanischen Republik.

Nicht nachweisbar

Die Tat könne dem Angeklagten trotz diverser Indizien nicht definitiv nachgewiesen werden, begründete die Gerichtspräsidentin den Freispruch. Möglich sei auch, dass die Freundin des Angeklagten die Tat begangen habe. Zwischen dem Angeklagten und seiner Frau habe «Krieg» geherrscht; die beiden hätten sich als Feinde betrachtet.

Die einzige Person, die die Tat gesehen habe, sei das Opfer gewesen. Doch dieses sagte, dass der Angeklagte nicht der Täter gewesen sei, verwies die Gerichtspräsidentin auf den zentralen Punkt.

Trotz dem Freispruch muss der Angeklagte einen Teil der Verfahrens- sowie die Gerichtskosten tragen. Diesen Entscheid begründete die Gerichtspräsidentin damit, dass der Angeklagte nach dem Vorfall mit seiner Freundin den Tatort fluchtartig verliess und die Tatwaffe im Rhein entsorgte. Zudem habe er aus der Haft heraus seiner Freundin zum Verlassen des Landes geraten. Damit habe er das Verfahren erschwert.

Kleinkind gefährdet

Auf der fluchtartigen Autofahrt durch das Kleinbasel lag das damals knapp anderthalbjährige gemeinsame Kind des Angeklagten und dessen Freundin ungesichert im Wagen statt im Kindersitz auf dem Rücksitz. Damit sei das Kind einer ernstzunehmenden Gefahr ausgesetzt worden, sagte die Gerichtspräsident.

Für diese grobe Verletzung von Verkehrsregeln wurde der Angeklagte zu einer bedingten Strafe von 30 Tagessätzen à 30 Franken sowie zu eine Busse von 300 Franken verurteilt. (sda)

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