Nach Tötung von zwei Demonstranten – Freispruch von Kyle Rittenhouse löst landesweite Proteste aus
Publiziert

Nach Tötung von zwei DemonstrantenFreispruch von Kyle Rittenhouse löst landesweite Proteste aus

Am Freitagnachmittag der Freispruch, am Abend landesweit Demonstrationen. Der Tenor: Wäre Rittenhouse schwarz, wäre er jetzt tot oder im Gefängnis.

von
Philippe Coradi
1 / 4
In der Nähe des Barclays Center in New York protestierten Hunderte Menschen gegen den Freispruch von Kyle Mittenhouse. 

In der Nähe des Barclays Center in New York protestierten Hunderte Menschen gegen den Freispruch von Kyle Mittenhouse.

REUTERS
Die Demonstrierenden klagen mit ihrem Protest auf der Strasse ein Rechtssystem an, das weisse Menschen bevorzuge.

Die Demonstrierenden klagen mit ihrem Protest auf der Strasse ein Rechtssystem an, das weisse Menschen bevorzuge.

AFP
Demonstrierende tragen ein Transparent und fordern für die New Yorker Polizei: Entwaffnen – Geldhahn zudrehen – abschaffen. 

Demonstrierende tragen ein Transparent und fordern für die New Yorker Polizei: Entwaffnen – Geldhahn zudrehen – abschaffen.

AFP

Darum gehts

  • Der 18-jährige Kyle Rittenhouse hatte im vergangenen Jahr in Wisconsin, bei Anti-Rassismus-Protesten zwei Demonstranten erschossen.

  • Am Freitag sprach das Gericht den jungen Mann frei.

  • Das Urteil hat in diversen Städten Amerikas zu Protesten geführt.

Der Freispruch von Kyle Mittenhouse hat landesweit zu Protesten geführt. In diversen Städten versammelten sich am Freitagabend Massen von Menschen, um den Freispruch des 18-Jährigen zu verurteilen.

Die Demonstrierenden klagen damit ein Rechtssystem an, das weisse Menschen bevorzuge. «Wenn Rittenhouse schwarz wäre, wäre er auf der Strasse hingerichtet worden», sagte ein Demonstrant in der Nähe des Barclays Center zu der «New York Post».

Auch der American-Football Quarterback Colin Kaepernick kritisierte nach der Urteilsverkündung die amerikanische Rechtssprechung auf Twitter scharf: «Wir waren gerade Zeuge, wie ein System, das auf der Vorherrschaft der Weissen beruht, die terroristischen Handlungen eines weissen Vorherrschers bestätigte.» Weiter schreibt er: «Dies unterstreicht nur noch mehr die Notwendigkeit, unser derzeitiges System abzuschaffen. Die weisse Vorherrschaft kann nicht reformiert werden.»

Systematische Ungleichbehandlung angeklagt

Ein schwarzer Demonstrant in Chicago sagte der «Chicago Tribune», dass der Freispruch in Kenosha nur der neueste in einer langen Liste von Beispielen sei, in denen Farbige für schuldig befunden werden und mehr Zeit im Gefängnis verbringen, während weisse Angeklagte entweder freigesprochen werden oder kürzere Haftstrafen erhalten.

Eine Demonstration in Portland, Oregon, wurde am späten Freitag zu einem Aufstand erklärt, nachdem einige der 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen begonnen hatten, Fensterscheiben einzuschlagen, Gegenstände auf die Polizei zu werfen und zu drohen, das örtliche Justizzentrum niederzubrennen, meldet «Mail Online».

In Kenosha selbst blieb es im Laufe der Nacht weitgehend ruhig. Eine Menschenmenge von etwa 40 Personen versammelte sich vor dem Gerichtsgebäude, blieb aber friedlich. Viele trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift «Welcome to AmeriKKKa».

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung