Aktualisiert 07.06.2007 21:41

Freisprüche auf ganzer Linie

Das Bezirksgericht Bülach hat Urteile im grössten Wirtschaftsprozess der Schweizer Geschichte verkündet. Alles Freisprüche. Die Staatsanwaltschaft erlebt ein Grounding.

Die Staatsanwaltschaft ist mit ihrer Anklage beim Bezirksgericht Bülach in keinem einzigen Punkt durchgedrungen. Auf vereinzelte Anklagepunkte stieg das Gericht nicht ein. Das Gericht sprach den Angeklagten insgesamt rund 3 Mio. Franken Prozessentschädigung zu.

Mario Corti erhielt 488'000 Franken Prozessentschädigung. Eric Honegger erhielt 99'000 Franken, Vreni Spoerry rund 180'000 Franken. Auch Philippe Bruggisser erhielt Geld: 80'000 Franken für ihn. Benedict Hentsch erhält 200'000 Franken, Ex-CS-Chef Lukas Mühlemann 200'000 Franken. Jaqualyn Fouse 230'000 Franken.

Bei drei Angeklagten differenzierten die Richter. Bei Philippe Bruggisser, Jan Litwinski und Peter Somaglia trat das Gericht nicht auf den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung ein.

Die schärfste Strafe hätte die Staatsanwaltschaft Mario Corti auferlegt: Sie hatte eine Freiheitsstrafe von 28 Monaten gefordert, 6 Monate davon hätte Corti unbedingt absitzen müssen. Dazu forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je 3000 Franken - total also 1,080 Mio. Franken, sowie eine Busse von 10 000 Franken.

Die Anklage lautete auf Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung, ungetreue Geschäftsbesorgung, unwahre Angaben über kaufmännisches Gewerbe, Misswirtschaft, Gläubigerbevorzugung und versuchte Gläubigerbevorzugung. Von diesen Anklagepunkten wurde Corti vollumfänglich freigesprochen.

Sämtliche anderen Angeklagten erhielten einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft kann den Fall vor die nächste Instanz weiterziehen.

Hier gehts zum Swissair-Dossier.

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