Aktualisiert 03.12.2008 13:10

Zürich

Freisprüche im «Stricher-Prozess»

Das Bezirksgericht Zürich hat einen Sicherheitsbeamten sowie einen Chauffeur vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern freigesprochen. Die beiden Schweizer sollen sich Mitte der 90er-Jahre an einem 13-jährigen marokkanischen Strichjungen wiederholt sexuell vergangen haben.

von
Attila Szenogrady

Mit seinem am Mittwoch eröffneten Urteil hat das Bezirksgericht Zürich einen 53-jährigen Sicherheitsbeamten sowie einen 64-jährigen Chauffeur von den Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern umfassend freigesprochen. Laut Anklage hatten sich die beiden Schweizer Staatsangehörigen aus Zürich in den Jahren 1995 und 1996 gegen Entgelt wiederholt an einem 13-jährigen Strichjungen aus Marokko sexuell vergangen. In der Anklage war von gegenseitigem Masturbieren, Oral- und Analverkehr die Rede. Der Chauffeur soll zudem im Laufe des Jahres 2000 einen 14-jährigen Türken gegen die Bezahlung von 30 Franken pro Stunde sexuell missbraucht haben.

Für beide Angeklagte verlangte die Staatsanwaltschaft grade noch bedingte Freiheitsstrafen von je zwei Jahren, zudem die Anordnung einer DNA-Probe.

Späte Anklage

Aussergewöhnlich war, dass der zuständige Staatsanwalt die Anklagen erst im vergangenen Sommer erhoben hatte. Dafür waren die späten Strafanzeigen des heute inzwischen 26-jährigen Geschädigten aus Marokko verantwortlich. Allerdings blitzte das mutmassliche Opfer mit seinen sämtlichen finanziellen Forderungen ab. So stufte das Gericht die Vorwürfe der Anklage als nicht rechtsgenügend erstellt ein.

Die beiden freigesprochenen Angeschuldigten erhalten nun Abfindungen. Der Sicherheitsbeamte bekommt neben einem Schadenersatz von 2 500 Franken ein Schmerzensgeld von 5 500 Franken. Dem Chauffeur wurde eine Genugtuung von 7 500 Franken zugesprochen.

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