Aktualisiert 08.12.2011 18:46

Sportliche Schweiz

Freiwillige Arbeit im Sportverein

Ob zum Turnen, zum Fussballspielen oder zum Erlernen einer Kampfsportart: In der Schweiz ist jeder Vierte aktives Mitglied in einem Sportverein.

von
Martina Huber
Nicht einfach zu finden: Freiwillige Schiedsrichter. Foto: istock

Nicht einfach zu finden: Freiwillige Schiedsrichter. Foto: istock

Laut der Broschüre «Sportvereine in der Schweiz» des Bundesamtes für Sport gibt es mehr als 20'000 Vereine, die weitgehend auf der Arbeit von rund 300'000 ehrenamtlichen Mitarbeitern beruhen. «Viele Vereine haben Probleme, genügend Freiwillige für die Arbeit im Vorstand oder als Trainer zu finden», sagt Siegfried Nagel, Professor für Sportwissenschaft an der Uni Bern. Um herauszufinden, aus welchen Gründen sich Leute langfristig in einem Sportverein engagieren, hat er mit seinem Team eine Umfrage bei über 1'000 Mitgliedern von 63 Vereinen durchgeführt.

Nun liegen erste Zwischenresultate vor. Es zeigt sich, dass Leute vor allem dann bereit sind, sich für ihren Verein zu engagieren, wenn sie sich mit ihm identifizieren und verbunden fühlen. Materielle Anreize sind für viele freiwillige Mitarbeiter sekundär: «Viel wichtiger ist für sie, dass sie vom Vorstand und von anderen Mitgliedern respektiert und in ihrer Tätigkeit unterstützt werden», sagt Nagel. In einem weiteren Schritt werden die Forscher untersuchen, wie Vereine Mitarbeiter für ehrenamtliche Stellen rekrutieren. Die Ergebnisse sollen bis Mitte 2012 vorliegen.

Sport bildet die Persönlichkeit von Kindern aus

Sport trägt zur Persönlichkeitsbildung bei. Das haben Sportwissenschaftler der Uni und der Pädagogischen Hochschule Bern nun erstmals in einer Studie belegen können. Damit Sport diese Wirkung entfalten kann, müssen drei Bedingungen erfüllt werden. Alle betreffen den Sportunterricht.

Erstens müssen die Lehrer intensiv mit den Schülern an der Entwicklung der sportlichen Fähigkeiten arbeiten, damit diese schneller, geschickter und spielfreudiger werden. Zweitens müssen die Kinder ihre Fortschritte erfahren und positiv bewerten, das heisst, sie müssen die aktuelle mit der bisherigen Leistung vergleichen und stolz auf ihre Verbesserung sein. Drittens muss diese positive Entwicklung individuell und im Klassenrahmen reflektiert werden. fee

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