Treu oder treulos?: Fremde erkennen schnell, ob Sie treu sind

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Treu oder treulos?Fremde erkennen schnell, ob Sie treu sind

Der Mensch hat offenbar ein besonderes Talent, Untreue bei ihm völlig Unbekannten zu orten. Die Gründe dürften in der Evolution zu finden sein.

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Wer genau hinschaut, kann treulose Seelen schnell identifizieren.

Wer genau hinschaut, kann treulose Seelen schnell identifizieren.

Wenn es um ihren Partner geht, kann es sich lohnen, hin und wieder auf Aussenstehende zu hören. Denn: Die merken recht schnell, ob es Ihr Herzblatt ehrlich mit Ihnen meint oder nicht – und zwar allein durch Beobachtung. Das berichten nun Forscher der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah.

In einer ersten Studie hatte das Team um Nathaniel M. Lambert sechs Personen gebeten, 51 ihnen unbekannte Paare im Umgang miteinander zu beobachten. Die Situation war zuvor gefilmt worden: Einer der beiden Partner musste mit verbundenen Augen den Anweisungen des anderen Partners folgen und nach seinen Vorgaben ein Bild zeichnen. Anschliessend mussten die Beobachter einschätzen, wie es um die Treue der einzelnen Paare bestellt war.

Schnelle Identifikation

Das Ergebnis überraschte die Forscher, wie sie im «Journal of the International Association for Relationship Research» berichten. Denn die Beurteilung der Unbeteiligten stimmte in weiten Teilen mit dem überein, was die Paare vorab über ihre eigene Einstellung zum Thema Treue gesagt hatten.

Kurz danach führten Lambert und seine Kollegen eine ganz ähnliche Studie durch. Auch dieses Mal stellten sich mehrere Paare der Zeichenaufgabe und wurden dabei gefilmt. Wieder wurden die Aufnahmen einer Gruppe Beobachtern vorgespielt. Doch anders als beim ersten Mal mussten sie dieses Mal auf einer Skala von eins bis fünf angeben, wie engagiert ihnen beide Partner in der Beziehung vorkommen und wie vertrauenswürdig die einzelnen Personen wirken.

Die Evolution ist schuld

Wie schon beim ersten Durchlauf waren die Einschätzungen der Beobachter fast identisch mit den Angaben der Studenten selbst.

Das Team um Lambert schätzt, dass der Mensch evolutionsbedingt dazu in der Lage ist, Untreue zu identifizieren. Dies beispielsweise aufgrund von nervösen Ticks oder seltsam wirkenden Dialogen. Schliesslich müsse ein Mann sicher sein können, dass er sein eigenes Kind aufzieht. Genauso müsse sich eine Frau darauf verlassen können, dass der Mann auch Ressourcen darauf verwenden würde, ein Kind aufzuziehen.

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