Geheimdienste: Fremde Spione machen Jagd auf Bankdaten

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GeheimdiensteFremde Spione machen Jagd auf Bankdaten

Spione von fremden Geheimdiensten versuchen verstärkt, illegal an Kundendaten von Schweizer Banken zu gelangen. Den Anstieg der Attacken bezeichnen Experten als dramatisch.

«Wir stellen eine Zunahme der Spionagetätigkeit gegen den Schweizer Bankenplatz fest», konstatiert Jürg Bühler, interimistischer Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes für Analyse und Prävention. Bisher habe man vor allem Hightech-Unternehmen und Forschungsinstitute vor illegalen Aktivitäten warnen müssen, jetzt sei es vermehrt der Finanzsektor, so Bühler gegenüber «NZZ am Sonntag».

Während die Schweiz 2007 noch acht Diplomaten wegen Spionagetätigkeit die Einreise hatte verweigern müssen, waren es letztes Jahr 21. «Dieser Anstieg ist für die Schweiz dramatisch», sagt der deutsche Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom. Für ihn ist klar: «Das mittlere Management von UBS und CS ist gezielten Spionageversuchen ausgesetzt.»

Die Angriffe dürften vor allem aus China, Russland und Japan kommen, aber auch Attacken aus Deutschland seien nicht ausgeschlossen, so Eenboom. Auch Peter Cosandey, Zürcher Staatsanwalt im Bereich Wirtschaftsdelikte und Geldwäscherei, vermutet Spionage in grenznahen Bankfilialen: «Man hört, dass Unbekannte die Autonummern deutscher Kunden notieren.» UBS und CS wollten nicht Stellung nehmen.

mu

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