Fremdenfeindliches Mail machte an der Hochschule St. Gallen die Runde

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St. Gallen Uni-RassismusFremdenfeindliche Mail sorgt an der HSG für Unmut

Alljährlich finden Wahlen für die Studentenschaft der HSG statt. Dieses Jahr kam ein rassistischer Aufruf per Mail bei Studierenden in Umlauf. An der Uni herrscht deswegen grosses Entsetzen.

von
Shannon Zangger
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Eine fremdenfeindliche E-Mail machte im Zuge der Präsidentenwahl der Studentenschaft die Runde.

Eine fremdenfeindliche E-Mail machte im Zuge der Präsidentenwahl der Studentenschaft die Runde.

20min/ Marion Alder
Darin steht, dass keine «schmutzigen Griechen und Tschechen» die Wahl gewinnen sollen. Die Mail ging offenbar an knapp 40 Prozent der Studierenden.

Darin steht, dass keine «schmutzigen Griechen und Tschechen» die Wahl gewinnen sollen. Die Mail ging offenbar an knapp 40 Prozent der Studierenden.

20min
Unter den Studierenden herrscht deswegen grosses Entsetzen und Unverständnis.

Unter den Studierenden herrscht deswegen grosses Entsetzen und Unverständnis.

20min

Darum gehts

  • An der HSG machte eine fremdenfeindliche E-Mail die Runde.

  • In dieser wird aufgefordert, keinen Ausländer als Präsidenten der Studentenschaft zu wählen.

  • Die Studentenschaft, die HSG und die Kandidierenden distanzieren sich von der Mail.

  • Es wird nun versucht, den Verfasser der Mail ausfindig zu machen. 

An der Universität St. Gallen ist eine fremdenfeindliche E-Mail in den Umlauf gekommen. Darin fordert ein unbekannter Verfasser die Studierenden dazu auf, keine Ausländer zum Präsidenten der Studentenschaft zu wählen. «Wir dürfen nicht zulassen, dass schmutzige Griechen und Tschechen gewinnen. Die Schweiz gehört den Schweizern und es darf nicht zugelassen werden, dass kein Schweizer das Amt des Präsidenten angehen darf», heisst es in der E-Mail.

Die Mail wurde offenbar an rund 30 bis 40 Prozent der St. Galler Studierenden gesendet. «Gerade, weil in Vergangenheit viel Initiative der Studentenschaft für die Gleichberechtigung aufgebracht wurde, entsetzt eine solche Nachricht umso mehr», sagt ein Student gegenüber 20 Minuten, der die Mail erhalten hat.

Weil die Mail an eine derart grosse Anzahl Studierende geschickt wurde, kam neben Entsetzen auch ein gewisser Unglauben gegenüber dieser Nachricht auf. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand wegen einer solch augenscheinlich unwichtigen Wahl seine Karriere aufs Spiel setzt, verdient hat er es durch diese Aussagen jedoch». Es herrscht grosser Unmut, wie eine solche Mail überhaupt an die Studierende kommen kann und wieso diese nicht durch einen Algorithmus gefiltert wurde.

Der Verfasser wird gesucht

Die Studentenschaft der HSG (SHSG), distanziert sich klar von den fremdenfeindlichen Aufrufen und hat sich bereits auf ihren Social-Media-Plattformen dagegen ausgesprochen. «Solche Äusserungen sind nicht zu vereinbaren mit jeglichen Werten, für die wir uns als Studierende und als Organisation einsetzen», sagt der aktuelle Präsident der SHSG Lukas Zumbrunn zu 20 Minuten.

Die amtierenden Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Studentenschaft, welche namentlich in der Mail genannt werden, sind ebenfalls entsetzt über die Aufforderungen und distanzieren sich von den Äusserungen. «Wie im Kodex der HSG bereits festgehalten wurde, gelten etwa Integrität und Kollegialität für uns als Grundlagen des Zusammenseins», so Zumbrunn.

Es wird nun versucht, den Absender der Mail ausfindig zu machen. «Die HSG ist mit ihrer IT bei der forensischen Spurensuche nach dem Verfasser dieser E-Mail sowie bei einer eventuellen Strafanzeige involviert», sagt Herwig Dämon, Kommunikationschef der HSG, zu 20 Minuten. Ansonsten agiere die Studentenschaft alleine in diesem Vorfall. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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