Aktualisiert 28.11.2004 21:23

Fremdes Geld verprasst – dennoch gabs Freispruch

Ein Zürcher, der eine Fehlüberweisung von fast einer Viertelmillion Franken verprasste, wird nicht bestraft: Eine unzureichende Formulierung im Strafgesetzbuch machts möglich.

Von der «unglücklichen Formulierung» profitiert ein Zürcher Bankkunde. Die Bank überwies ihm 2001 und 2002 fälschlicherweise total 244000 Franken. Als der Fall aufflog, waren nur noch 54000 Fr. auf dem Konto – den grossen Rest hatte der Mann verprasst.

Dass das später erfolgte Urteil gegen den Mann aufgehoben werden muss, liegt am Vorgehen der Bank. Diese erhielt das Geld für einen nicht identifizierbaren Kunden. Bei der Suche rief eine Bankangestellte beim Zürcher an und fragte, ob er dieses Geld erwarte. Er log und bejahte die Frage. Laut Bundesgericht macht sich nur strafbar, wer Vermögenswerte verwendet, die ihm «ohne seinen Willen» zugekommen sind. Im vorliegenden Fall – so argumentierte der Betreffende erfolgreich – sei dies aber mit seinem ausdrücklichen Willen passiert. Hätte die Bank das Geld ohne Rückfrage überwiesen und hätte der Mann das unerwartet vorgefundene Geld dann ausgegeben, wäre er nicht so glimpflich davongekommen.

(Quelle: SDA/AP)

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